Blick ins Cockpit: Hier wird aufgezeichnet.

Nach ZwischenfällenUS-Behörde fordert längere Aufzeichnungen im Cockpit

Gespräche und Geräusche im Cockpit werden zwei Stunden lang aufgezeichnet, dann aber überschrieben. Deutlich zu wenig, sagt die Behörde für Transportsicherheit der USA.

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Luftfahrt

Wenn ein Flugzeug verunglückt, wird der Stimmenrekorder oft von der Stromzufuhr getrennt. Übersteht das Gerät, das im Englischen Cockpit Voice Recorder heißt, das Unglück, können Flugunfallermittler die Daten auslesen. Sie erfahren so, was in den zwei Stunden zuvor im Cockpit gesprochen wurde und zu hören war. Doch es gibt auch Zwischenfälle in der Luftfahrt, die weniger drastisch enden, aber dennoch sicherheitsrelevant sind. Bei diesen läuft der Rekorder nachher weiter und überschreibt nach zwei Stunden die vorherigen Aufnahmen.

In den USA sieht die Transportsicherheitsbehörde National Transportation Safety Board NTSB darin ein großes Problem. Sie fordert die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA deshalb auf, vorzuschreiben, dass die Geräte mindesten 25 Stunden aufnehmen müssen, ohne dass etwas überschrieben wird. «Unlängst wurden Sicherheitsuntersuchungen behindert, da relevante Teile der Aufzeichnungen überschrieben wurden», beklagt die NTSB, die Transportunglücke untersucht.

Beinahe-Katastrophe in San Francisco

Zu den Überschreibungen kommt es etwa, wenn ein Zwischenfall während des Fluges geschieht, aber das Flugzeug danach noch mehr als zwei Stunden in der Luft ist. Ebenso, wenn ein Vorfall nicht schnell genug als sicherheitsrelevant erkannt und gemeldet wird. Das wohl prominenteste Beispiel, das die NTSB auflistet, ist die Beinahe-Katastrophe in San Francisco, bei dem 2017 die übermüdeten Piloten eines Air-Canada-Jets zur Landung die voll besetzte Rollbahn ansteuerten. Der Zwischenfall wurde so spät gemeldet, dass das Flugzeug schon einen anderen Flug absolviert hatte und die Daten überschrieben waren.

Konkret fordert die NTSB nun, dass alle neu gebauten Flugzeuge, die einen Stimmrekorder haben müssen, ein Gerät erhalten, dass 25 Stunden ohne Überschreibungen aufnimmt. Ab dem 2024 sollen zudem alle Flieger, die über Stimmrekorder und Flugdatenschreiber verfügen, entsprechend nachgerüstet sein. Die EU hat bereits 2015 festgelegt, dass Flugzeuge, die ab dem 2021 ein Lufttüchtigkeitszeugnis erhalten, über einen Cockpit Voice Recorder mit 25-Stunden-Kapazität verfügen müssen.

EU hat schon 25-Stunden-Regel

Im Falle des Air-Canada-Zwischenfalls in San Francisco wären die 25 Stunden allerdings nicht genug gewesen, wie auf dem Bericht der NTSB hervorgeht. Als Anmerkung zu dem Vorfall notiert die Behörde dort: «46-stündige Benachrichtigungsverzögerung».

Warum die Daten von Stimmrekorder und Flugdatenschreiber nicht während des Fluges übertragen werden, erfahren Sie im Artikel Alles, was Sie zur Black Box wissen müssen.

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