Airbus A321 Neo mit dem Kennzeichen VP-BXT (hier noch zu sehen vor der Auslieferung und daher auch mit deutschen Testkennzeichen): Hat kein Lufttüchtigkeitszeugnis mehr.

Rückflug mit unversichertem A321 NeoWie die Beschlagnahmung eines Aeroflot-Jets scheiterte

Leasingfirmen fordern Flugzeuge von russischen Airlines zurück. Ein gescheiterter Versuch in Ägypten zeigt, wie aktuell grundlegende Luftfahrtregeln verletzt werden.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Leasingfirmen kündigen russischen Airlines aufgrund von Sanktionen die Verträge. Doch die Lessoren haben es nicht leicht, ihre Flugzeuge zurückzuerhalten. Das war auch schon klar, bevor die russische Luftfahrtbehörde heimischen Fluggesellschaft empfahl, ab dem 8. März auf Flüge ins Ausland zu verzichten. Doch was geschieht konkret?

Das Portal The Air Current berichtet über den Fall einer gescheiterten Rückforderung in Ägypten. In der Hauptstadt Kairo landete in der Nacht vom 2. auf den 3. März ein Airbus A321 Neo von Aeroflot. Die nicht mal ein Jahr alte Maschine mit dem Kennzeichen VP-BXT gehört dem Leasingunternehmen SMBC Aviation Capital mit Sitz in Irland.

«Flugzeug darf nicht fliegen»

Während der Jet als Flug SU400 auf dem Weg von Moskau nach Kairo war und sich gerade über Georgien befand, entzog die Luftfahrtbehörde der Bermudas, wo das Flugzeug registriert ist, dem Jet das Lufttüchtigkeitszeugnis. Auch die Versicherung wurde in diesem Moment laut dem Bericht ungültig. SMBC forderte den Flieger zurück.

Aeroflot wurde per E-Mail und Fax mitgeteilt, dass sie verpflichtet ist, den A321 Neo den ägyptischen Behörden zu übergeben. «Dementsprechend darf das Flugzeug unter diesen Umständen nicht fliegen und den Flughafen, auf dem es sich befindet, nicht verlassen», hieß es im Schreiben der bermudischen Behörde, das The Air Current eingesehen hat.

Rückflug nach Moskau ohne Versicherung

Auch die ägyptische Regierung war laut einem Informanten des Magazins informiert. Ob die Aeroflot-Crew von den Vorgängen wusste, ist unklar. Die ägyptische Luftfahrtbehörde wollte gemäß der Quelle aber nicht mithelfen, den Flieger festzusetzen.

So hob das Flugzeug, das um 02:55 Uhr nachts gelandet war, um 04:30 Uhr zum Rückflug SU401 ab und flog nach Moskau. Ob und wie viele Reisende an Bord waren, ist nicht bekannt. Sicher ist dagegen: Die Maschine flog ohne gültiges Lufttüchtigkeitszeugnis und ohne Versicherung. Mittlerweile ist es im russischen Inlandsverkehr unterwegs.

Grundlegende Regeln werden verletzt

Dabei hätte der Flieger in Kairo bleiben müssen und erst vom Lessor und Eigentümer ausgeflogen werden dürfen. Die Rückforderung verlief nach den Regeln des sogenannten Cape Town Treaty, den neben vielen anderen Ländern auch Russland, Ägypten, die Bermudas und Irland unterzeichnet haben. Dabei handelt es sich um einen Vertrag über internationale Sicherungsrechte an beweglicher Ausrüstung. Er regelt die Rückführ-Verpflichtungen für geleaste Flugzeuge und ist eine wichtige Grundlage der Branche.

Das Abkommen «hat wesentlich dazu beigetragen, die Finanzierungskosten angemessen zu halten, da es das Risiko des Leasinggebers durch die Garantie von Rücknahmerechten verringert», zitiert The Air Current Richard Aboulafia von der Beratungsunternehmens Aero Dynamic Advisory. «Aber es wurde noch nie ernsthaft durch einen Krieg auf die Probe gestellt, und die russische Regierung hat bereits so viele internationale Verträge verletzt, dass Cape Town für sie wahrscheinlich keine Bedeutung mehr hat.»

Mehr zum Thema

Boeing 767 von Azur Air: Dieses Mal wurde sie nicht mit einer Wasserfontäne begrüßt.

Die Odyssee einer Boeing 767 auf dem Heimweg nach Russland

Airbus-Jet von Aeroflot: In Europa geleasten Fliegern droht der Abzug.

Russland prüft Verstaatlichung von Aeroflot-Jets

Arbeit mit Teilen von Lufthansa Technik (hier in Budapest): Auch in Russland lagern etliche.

Lufthansa Technik fürchtet Verstaatlichung von Ersatzteilen in Russland

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack
wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies