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Welcher Flugzeugbauer wo steht im Iran-Poker

Nach Boeing und Airbus kann offenbar auch Mitsubishi Aircraft bald einen Erfolg im Iran verbuchen. Welcher Hersteller steht in den Verhandlungen an welchem Punkt?

Tobias Gudat

Neuer Airbus A321 von Iran Air: Er wird bald im Iran fliegen.

Die Unterschriften unter dem Vertrag zwischen Iran Air und Boeing sind trocken, unter den zwischen Iran Air und Airbus werden sie in Bälde gesetzt. Nach monatelangen Verzögerungen kommt langsam Bewegung in die Sache der Flugzeugverkäufe an den Iran. Wöchentlich reisen Delegationen von Herstellern nach Teheran um mit Vertretern der zahlreichen Airlines des Landes zu verhandeln.

Doch wer steht wo? Die Informationen, die aus dem Iran kommen, sind spärlich und nicht immer zuverlässig. Der Versuch einer Übersicht zum Stand der Dinge.

Mitsubishi

Mitsubishi Aircraft steht gemäß iranischen Medien kurz vor einem festen Vertrag. Kurz nach dem Deal mit Airbus werde auch der Vertrag mit dem japanischen Hersteller besiegelt, heißt es. Im vergangenen August war verlautet worden, Iran Aseman Airlines werde 20 bis 25 Mitsubishi Regional Jets kaufen und sie auf Inlandstrecken einsetzen. Ob auch weitere Fluglinien bei den Japanern kaufen, ist unklar. Ursprünglich war sogar einmal von einer Order aus dem Iran von bis zu 100 Stück die Rede gewesen.

Sukhoi

Der russische Flugzeugbauer rechnet sich große Chancen im Iran aus. Russland und der Iran pflegen seit Jahrzehnten enge Beziehungen. Ein Deal wurde bislang aber nicht abgeschlossen. In den letzten Wochen hat ein Sukhoi Superjet 100 Testflüge im Iran durchgeführt. Nun sind zumindest offiziell Verhandlungen aufgenommen worden, wie der Fernsehsender Press TV berichtet. Welche Fluggesellschaften sich für das Flugzeug interessieren und um welche Größenordnung es insgesamt geht, ist nicht bekannt.

Embraer

Mehrmals bereisten Vertreter der Brasilianer schon den Iran. Auch Testflüge mit einer Embraer E190 wurden in Küstennähe und über dem Gebirge durchgeführt. Eine erste Erfolgsmeldung gab es für den Hersteller denn auch bereits im Frühjahr. Damals hatte Zagros Airlines eine Absichtserklärung zum Kauf von 20 E190 unterzeichnet. Finalisiert ist der Deal aber noch nicht. Zudem soll Iran Air Interesse an bis zu 50 E195 für Inlandsflüge haben. In trockenen Tüchern ist noch nichts.

Bombardier

Der kanadische Hersteller startete sein Werben um den Iran später als andere. Dennoch glaubt Bombardier, noch aufholen zu können. Delegationen des Unternehmens haben das Land bereits besucht, bislang wurde aber kein Deal bekannt gegeben. Auch Gerüchte um Bombardier gibt es erstaunlich wenige. Die Kanadier möchten ihre CRJ-Jets und die C-Series gerne in den Iran verkaufen.

ATR

Schon im Februar konnte der Turboprophersteller einen Erfolg ausweisen: Iran Air gab bekannt, bis zu 40 Flieger bei ATR zu kaufen. 20 ATR 72-600 wurden fest geordert. Die ersten Exemplare werden kommendes Jahr ausgeliefert.

Boeing

Der amerikanische Flugzeugbauer hat einen festen Vertrag mit Iran Air abgeschlossen. Die Staatsairline ordert demnach bei Boeing insgesamt 80 Flugzeuge, die über die kommenden zehn Jahre ausgeliefert werden. Die Bestellung verteilt sich auf 50 Boeing 737 Max 8, 15 Boeing 777-300 ER und 15 777-9 X. Es werden auch Käufe weiterer Airlines erwartet.

Airbus

Noch diese Woche soll der endgültige Vertrag von Iran Air mit dem europäischen Flugzeugbauer stehen. Die erste Lieferung soll aus fünf Flugzeugen bestehen. Airbus hat offenbar die Finanzierung von 17 Flugzeugen zugesichert, 3 will die Fluggesellschaft selber finanzieren. Insgesamt ordert die Airline 100 Flugzeuge. Ursprünglich hatte Iran Air im vergangenen Januar einen Vorvertrag für 118 Airbus-Jets unterzeichnet, darunter 12 A380. Doch inzwischen will die Airline keine Superjumbos mehr. Neben Iran Air haben auch andere Fluglinien geordert. So kauft Iran Aseman Airlines 7 Flugzeuge. Die ersten Maschinen sollen bereits im Mai geliefert werden.



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