Menu bei Singapore: So schmackhaft es aussieht - am Boden wird es versalzen schmecken.

Warum es im Flieger anders schmeckt

Wieso moderne Flieger wie der A380 Feinschmeckern wieder Hoffnung machen könnten.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Auch wenn Airlines sich immer wieder alle Mühe geben, die Gourmets unter ihren Gästen zufriedenzustellen - zumindest in den Premium-Klassen. Genauso gut wie im Restaurant schmeckt es in 10'000 Metern Höhe nie. Und an den Gründen dafür kann selbst der beste Sternekoch nicht rütteln.

Schon vor dem Start fängt es an: Die Luftfeuchtigkeit in der Kabine ist deutlich geringer als normal, das sorgt für eine trockene Nase - und dafür, dass man Gerüche und damit eben auch Geschmack viel weniger intensiv wahrnimmt. Diel Luftfeuchtigkeit liegt bei etwa 10 Prozent - zum Vergleich: Selbst in der Sahara sind es noch 25 Prozent, wie das Wissenschaftsportal The Conversation berichtet. Der einzige Ort, an dem es auf der Erde ähnlich trocken ist, ist das Death Valley in Kalifornien. In der Folge verändert sich die Speichelbildung, der Geschmack im Mund wird etwas salzig - ein Grund dafür, warum nicht nur Feinschmecker das Flugzeugessen am Boden wohl als absolut überwürzt wahrnehmen würden.

Die trockene Luft erklärt auch das Tomatensaft-Phänomen. 1,7 Millionen Liter von dem Getränk schenkt die deutsche Lufthansa pro Jahr aus - damit ist es ein echter Kassenschlager und schlägt auch das Bier um 100'000 Liter in der Beliebtheit bei den Passagieren. Der Saft mit Salz und Pfeffer ist daher über den Wolken fruchtig und geschmackvoll, auf wenn man ihn sich am Boden eher selten kauft. Auch das Säureempfinden ändert sich. Am Boden beschrieben Testpersonen einer Studie des Fraunhofer Instituts den Geschmack von Tomatensaft als etwas muffig, in der Höhe war er angenehm fruchtig. Auch die Weinauswahl der Airlines passt sich dem an. «Zurückhaltung im Geschmack kommt in der Höhe nicht gut an», erzählt etwa Andrea Robinson, Somelier bei Delta Airlines, der New York Times. Am Boden dürften die Weine aus dem Flugzeug daher ziemlich schroff daherkommen - ein bisschen wie eine Fruchtbombe - wenn das anders wäre, würde wohl ein Großteil der Weißweine nach Zitronensaft, ein Rotwein ein bisschen nach Essig schmecken.

Kabinendruck ändert den Geschmack

Aber auch der Kabinendruck ändert das Geschmacksempfinden. In den meisten Zivilflugzeugen entspricht dieser ungefähr dem Luftdruck in einer Höhe von 2200 Metern. Und auch wenn das nicht annähernd so viel ist wie die tatsächlich Höhe, in der sich der Flieger befindet - selbst die kleinsten Änderungen im Luftdruck haben Auswirkungen auf die Geschmachsnerven. Hoffnung für Feinschmecker steckt eventuell in neueren Jets wie dem Boeing 787-Dreamliner oder dem A380 von Airbus. Zum einen herrscht in diesen ein Luftdruck, der in etwa mit dem einer Höhe von etwa 1700 Metern übereinstimmt. Außerdem wirbt Boeing auch damit, dass die Luftfeuchtigkeit in der Kabine des Dreamliners etwas höher ist als in anderen Jets. Diese liegt, je nach Zahl der Passagiere zwischen 10 und 15 Prozent. In älteren Jets können es schonmal nur 5 Prozent sein.

Mehr zum Thema

Airbus A380 mit Triebwerken von Engine Alliance: Problem mit einer Dichtung.

FAA schickt Airbus-A380-Triebwerke in die Werkstatt

So wird es im Oberdeck der Airbus A380 von British Airways  aussehen: 106 Sitze nur in der Business Class.

British Airways zeigt die größte Business Class der Welt

Der Airbus A380 mit der Kennung 9M-MNE bei der Ankunft in Tarbes 2022: Seit 2024 als 2-JEYL registriert.

Was aus Airbus' zweitem A380 mit Guernsey-Kennzeichen wird

 Airbus A380 von Global Airlines: Droht jetzt das Ende?

Die Luft für Superjumbo-Airline Global Airlines wird dünner

Video

Embraer E195-E2 von Azul: Das Flugzeug hebt erst kurz vor dem Ende der Piste ab.
Eine Embraer E195-E2 von Azul hat in São-Paulo-Congonhas fast die gesamte Startbahn gebraucht. Es ist nicht der erste brenzlige Moment an dem Ort am Stadtflughafen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil