Notlandung des A321 von Ural AirlinesWilde Mülldeponien schuld am Unglück von Moskau?

Vogelschlag stand am Anfang des glimpflich ausgegangenen Unglücks in Moskau. Rund um den Airport Zhukovsky gibt es besonders viele Vögel - wegen einer illegalen Mülldeponie.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

4600 Meter lang und 70 Meter breit ist Piste 12/30 des Zhukovsky International Airport. Gleich angrenzend mäandriert die Moskva auf Ihrer Reise Richtung russischer Hauptstadt vorbei. In einer der diversen Flussbiegungen liegt der kleine Glushitsa See. Noch bis vor wenigen Jahren gingen Kinder hier schwimmen und Männer vertrieben sich ihre Zeit beim Fischen.

Doch seit 2016 ist Schluss mit diesen Freizeitaktivitäten. Am Ufer des kleinen Sees entstand eine wilde Mülldeponie. Auf einer Fläche von rund 56 Fußballfeldern türmen sich Bauschutt, Industrieabfälle und Haushaltmüll. Aus einer «grünen Ecke» sei innerhalb weniger Jahre eine «Brutstätte sanitär-epidemiologischer und ökologischer Katastrophen» geworden, so Elena Grishina, Mitglied der Kommission für Ökologie der Region Moskau vor zwei Jahren zum Portal Mosaica. Immer wieder brächen auf dem illegalen Müllabladeplatz auch Feuer aus.

Feuer gefährden die Kerosintanks

Von der Deponie sickert bereits Gift ins Grundwasser. Doch die Müllablage sei auch für den Flughafen Zhukovsky ein Risiko. Die häufigen, spontan ausbrechenden Feuer gefährdeten die Kerosintanks in der Nähe, so Grishina. Zudem ziehe der Abfall Möwen an, was für den Flugverkehr gefährlich sei. Lange konnte die Politik aber wenig gegen die Missstände tun, weil das Gelände privat ist. Inzwischen wurden jedoch Ermittlungen eingeleitet.

Die Warnung der Politikerin könnte jetzt traurige Wahrheit geworden sein. Denn der Airbus A321 von Ural Airlines, der in einem Maisfeld notlanden musste, wurde beim Start in Zhukovsky von einem Schwarm Möwen getroffen. Russische Experten bestätigen diese Vermutung. Möwenschwärme seien am Flughafen südöstlich von Moskau ein ständiges Problem, so ein Vertreter des nahe gelegenen Gromov Flight Research Institute zur Nachrichtenagentur Tass.

2006 für zivile Passagierflüge eröffnet

Dass Müllhalden Vögel anziehen, ist kein neues Phänomen. 2008 kämpfte der Flughafen Beirut mit einer starken Zunahme von Vogelschlag. Fluglinien drohten deshalb bereits mit einem Boykott des einzigen öffentlichen Airports im Lande. Auch im bolivianischen Oruro setzen Vögel rund um den Flughafen dem Flugverkehr zu.

Der Zhukovsky Airport, auch bekannt unter dem Namen Ramenskoye, wurde 1941 gebaut. Lange Zeit wurde er vor allem für Test- und Frachtflüge genutzt. Inzwischen fliegen ihn auch Passagierairlines an.

Mehr zum Thema

So verhinderten die Maisfeld-Piloten eine Katastrophe

So verhinderten die Maisfeld-Piloten eine Katastrophe

Beirut–Rafic Hariri International Airport: Südlich der Landeschwellen der Piste 34 und 35 liegt eine neue Mülldeponie (siehe Karte unten).

Vögel bedrohen Sicherheit am Flughafen Beirut

Vogel am Himmel: Nicht nur in Südamerika für Flugzeuge gefährlich.

Vögel und Hunde bedrohen Flughafen

ticker-frankreich

Frankreich bestellt acht Airbus-Drohnen U050 Capa-X

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack