Löschflugzeug auf dem Douro: Etwas ging schief.

Technische ProblemeAlle Canadair-Löschflugzeuge Portugals außer Betrieb – mitten in der Waldbrandsaison

Portugal steht vor einem gefährlichen Sommer: Alle Canadair-Wasserbomber sind defekt – während das Land unter Hitze, extremer Trockenheit und steigender Waldbrandgefahr leidet.

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Am Samstagvormittag (9. August) piepste es gleichzeitig auf unzähligen Handys in Portugal. Verschickt worden war die Meldung: «Alto risco de incendio proximas 72h. Nao use fogo em espaco rural.» Die Behörden warnten eindringlich vor der extremen Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen. Ausgerechnet jetzt aber stehen die wichtigsten Löschflugzeuge des Landes still – mitten in der Hochsaison für Waldbrände.

Wie die nationale Zivilschutzbehörde ANEPC dem Portal Kiosque da Aviação bestätigte, sind alle Canadair-Wasserbomber des portugiesischen Waldbrandbekämpfungssystems Decir aktuell außer Betrieb. Eigentlich umfasst die Flotte zwei einsatzbereite Maschinen und ein Ersatzflugzeug für Notfälle. Doch auch dieser Reserveflieger ist defekt – damit fehlt Portugal derzeit komplett die schwerste Luftunterstützung im Kampf gegen die Flammen.

Canadair CL-215 musste auf dem Douro notwassern

Bereits am 31. Juli musste die Canadair CL-215 mit der Kennung EC-HEU nach einem technischen Problem auf dem Fluss Douro notwassern, als sie bei einem Einsatz in Gondomar half. In den Tagen danach fielen auch die beiden anderen Maschinen wegen komplexer Motorschäden aus – am vergangenen Freitag und Samstag.

Die portugiesische Luftwaffe, die für die Anmietung der Flugzeuge verantwortlich ist, betont: Die Betreiberfirmen sind verpflichtet, defekte Maschinen zu ersetzen. Werden die vertraglichen Vorgaben nicht erfüllt, drohen Vertragsstrafen. Bis zur Rückkehr der Canadair-Flieger müssen die Einsatzkräfte nun mit leichteren Löschflugzeugen und Helikoptern arbeiten – ein klarer Nachteil bei großen Brandfronten.

Anhaltende Hitzewelle in Portugal

Und die Gefahr bleibt hoch: Portugal erlebt seit Juli eine anhaltende Hitzewelle, die große Teile des Landes unter hohe oder sehr hohe Waldbrandwarnstufen zwingt. Am Montag standen mindestens zwölf Distrikte unter oranger Hitzewarnung. Laut dem Institut für Naturschutz und Wälder ICNF haben Brände bis Mitte Juli bereits 10.768 Hektar Land zerstört – dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Seit 2017, so das ICNF, seien die Feuer zudem deutlich aggressiver geworden.

Hilfe kommt jetzt aus Marokko. Das nordafrikanische Land unterstützt Portugal mit zwei Canadair-Wasserbombern. Ein Exemplar ist bereits im Land eingetroffen.

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