Die Super Star ist da: Sie kam per Sattelschlepper.

Lockheed L-1649A StarlinerMillimeterarbeit mit Krimipotenzial: Lufthansa bringt ihre Super Star ins neue Frankfurter Konferenzzentrum

Dank Millimeterarbeit und Muskelkraft schaffen es der Rumpf und das Leitwerk einer Lockheed Super Star von Lufthansa in das neue Frankfurter Zuhause des historischen Flugzeugs. Aber nicht ohne Wanken und Anspannung.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Manchmal reicht ein kleines Detail, um etwas ganz Großes ins Wanken zu bringen. Am Donnerstagmorgen (14. August) ist es eine unscheinbare Gummiplatte am Boden des neuen Lufthansa-Konferenzzentrums beim Flughafen Frankfurt. Das ganz Große: der Rumpf einer Lockheed L-1649A Super Star, die zusammen mit einer Junkers Ju-52 künftig die Hauptattraktion des Neubaus sein soll.

Das historische Flugzeug war per Schwertransport vom Flughafen Münster/Osnabrück nach Frankfurt gebracht worden, inklusive einer Übernachtung auf der Raststätte Medenbach. Denn so ein Riesenteil kann nicht einfach mitten im Berufsverkehr über die A3 rollen. Rund 30 Personen waren im Einsatz, um den frisch lackierten Rumpf und das Leitwerk der Super Star von Lufthansa sicher an ihren neuen Standort zu bringen: Schwertransporterfahrer, Begleitfahrzeuge, Polizei.

Lockheed L-1649A Super Star übernachtete auf Parkplatz

Bis zuletzt war unklar, ob die Super Star überhaupt pünktlich in Frankfurt ankommt. Eine kurzfristig angekündigte Baustelle hatte für Probleme gesorgt, denn die Kurven wären für den Transport nicht zu meistern gewesen. Doch am Ende ging alles gut. Über Nacht stand der Rumpf, streng bewacht, auf dem Parkplatz hinter dem Kongresszentrum, bereit für die nächste Etappe.

Im Neubau wurde extra eine Öffnung gelassen, groß genug, um die Flugzeuge hineinzubringen. Aber auch nicht viel mehr. Millimeterarbeit also, als der Rumpf im langsamen Schritttempo in die Halle rollt. Damit ist es allerdings längst nicht getan. Eine 19 Tonnen schwere Konstruktion hebt man nicht einfach vom Laster.

Seitwärtsbewegung des Oldies wurde zum Krimi

Nachdem die Schrauben und Muttern gelöst sind, übernehmen zwei Gabelstapler mit Fahrer. Die wiederum haben zwei Koordinatoren zur Seite, damit im wahrsten Sinne des Wortes nichts schiefgeht. Mal im Stehen, mal auf Knien, teils im Liegen stimmen sich die Männer ab und kommunizieren unter dem Rumpf miteinander, bis das Flugzeug erst angehoben und schließlich abgesetzt werden kann.

Soweit läuft alles nach Plan. Bis die Lockheed Super Star - so nannte Lufthansa die Lockheed L-1649A Starliner - von den Gabelstaplern seitwärts bewegt werden muss, um Platz für das Leitwerk zu machen. Jetzt hat die Gummiplatte ihren großen Auftritt und macht die Verladung zum Baustellenkrimi. Um den bereits fertigen Hallenboden vor schweren Gerätschaften zu schützen, wurden zuvor harte Schutzplatten mit Noppen ausgelegt. Doch unter der Last von 19 Tonnen plus Gabelstaplern geben die mitunter nach.

Von «Wird nicht funktionieren» zu «Wir finden eine Lösung»

Eine Platte verhakt sich, ein kleiner Huckel bringt den Rumpf ins Wanken. «Stopp!», hallt es durch die Halle. Nach kurzer Beratung geht es im Schneckentempo weiter, flankiert von helfenden Händen, die das schwankende Flugzeug mit Muskelkraft stabilisieren.

Als die Super Star sicher steht, weicht die Anspannung. Doch die Gummiplatten bleiben ein Hindernis. Eigentlich sollte der Rumpf nun auf kleinen, 360-Grad-drehbaren Rollen durch die Halle bewegt werden können. Doch Rollen, Noppenplatten und mehrere Tonnen Metall darüber vertragen sich weiterhin nicht. «Das wird nicht funktionieren», ist mehrfach zu hören. Wenig später klingt es schon optimistischer: «Natürlich finden wir eine Lösung.» Die Motivation beim Projektteam ist so groß, dass das keine leere Phrase ist.

Tragflächen und Triebwerke der Super Star folgen - wie Ju-52

Das Leitwerk der Super Star findet vergleichsweise mühelos seinen Platz. Es fehlen noch Tragflächen und Motoren, die in den kommenden Wochen eintreffen sollen. Die Junkers Ju-52 soll im September folgen. Bevor das Zentrum seine Türen öffnet, vergeht allerdings noch etwas Zeit. Im Lufthansa-Jubiläumsjahr 2026 soll es soweit sein – geplant ist die Eröffnung im Frühjahr.

Mehr zum Thema

Leitwerk und Rumpf der Superstar: Fertig lackiert.

Lufthansas Super Star ist jetzt historisch lackiert - und reist bald nach Frankfurt

Super Star in der Halle: Die Techniker genießen die Arbeit an der Legende.

«Riesiger Lego-Technik-Baukasten» - so restauriert Lufthansa die Super Star

Am 17. Januar 2025 war es so weit, …

Lufthansa zeigt ihre Super Star - doch etwas Entscheidendes fehlt noch

So wird das neue Gebäude am Flughafen Frankfurt aussehen, das neben Museum auch Büro-, Konferenz- und Besucherzentrum sein wird.

Lufthansa baut Super Star und Ju-52 ein Museum - und spart dabei

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier