McDonnell Douglas MD83 von Ascerca: Immer wieder Probleme.

Venezuelas fliegender Friedhof

Die Flugzeugflotte des Landes ist massiv überaltert. Die Airline Aserca erlitt so drei Pannen in einer Woche. Nun handeln die Behörden.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Andrés Pares nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Flugzeuge der venezolanischen Fluggesellschaften seien «komplett überaltert», sagte der Präsident der Pilotenvereinigung Associacion Nacional de Pilotos (ANP) gemäß der Nachrichtenagentur Lusa. «Was in diesem Land fliegt, ist ein Flughafen-Friedhof», so Pares weiter. Die neusten Flugzeuge hätten ein Alter von 25 Jahren - bei einer geschätzten Lebensdauer von 15 Jahren. Wenn die Zahlen auch nicht ganz so dramatisch sind, der Chefpilot bekam Schützenhilfe von Transportminister. Das Durchschnittsalter der Flugzeuge im Land sei 18 Jahre, so Francisco Garcés. «Viele übersteigen aber 20 Jahre. Es ist dringend nötig, dass die Flotten erneuert werden.» Andere sehen die Zahl noch deutlich höher.

Die Kritik des obersten Piloten kommt nicht von ungefähr. Am Mittwoch (28. September) hatte eine Douglas DC-9-30 der venezolanischen Aserca eine Panne. Flug 747 wollte am Flughafen von Ciudad Guyana starten, um mit 90 Passagieren an Bord nach Maiquetía zu fliegen. Doch plötzlich verlor die linke Turbine viel Öl. Der Pilot musste daraufhin den Start abbrechen. Der an sich eher kleinere Vorfall ist deshalb so speziell, weil es bereits der dritte innerhalb von zwei Tagen der gleichen Fluglinie ist. Am Dienstag beispielsweise hatte das Triebwerk einer Aserca-Maschine Feuer gefangen und musste notlanden. Zuvor war bereits eine andere Maschine notgelandet.

Strenge Maßnahmen

Minister Garcés traf sich deshalb diese Woche mit Vertretern der 13 Fluggesellschaften des Landes. Er gab ihnen den Auftrag, die Situation ihres Unterhalts innerhalb eines Monats genauestens zu dokumentieren, wie die venezolanische Zeitung El Tiempo schreibt. Auch wurden verschiedene strukturelle Maßnahmen getroffen, um die Wartung zu verbessern und die Sicherheit im Luftverkehr zu erhöhen. Insgesamt zählen die Fluglinien Venezuela gemäß El Tiempo bloß 45 Flugzeuge.

Mehr zum Thema

Die venezolanische Aserca Airlines <a href="https://www.aerotelegraph.com/aserca-airlines-noch-ein-grounding-in-venezuela" target="_blank" rel="noopener">stellte im Februar den Betrieb ein</a>, nachdem die nationale Luftfahrtbehörde ihr die Betriebserlaubnis entzogen hatte. Der Grund war das Fehlen des Versicherungsnachweises. Im Mai gab die Fluglinie dann ganz auf. Mit Santa Bárbara Airlines und Pawa Dominicana überlebten auch zwei weitere Fluglinien des Unternehmers Simeón García das Jahr 2018 nicht.

Noch ein Grounding in Venezuela

Leicht zu verwechseln: Der Zivilflughafen von Santo Domingo (rechts) liegt nur zwölf Meilen entfernt vom Militärflughafen (links).

Pilot verwechselt Militärbasis mit Flughafen

Video

Der weltgrößte Papierflieger: Er flog über 59 Meter.
Papierflieger kennt jedes Kind. Doch dieses Exemplar sprengt alle Dimensionen: Mit mehr als 20 Metern Spannweite und einem Flug über 59 Meter hat ein Team aus Italien den Weltrekord für das größte flugfähige Papierflugzeug geholt - und Deutschland entthront.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Electra aero: So soll das Regionalflugzeug aussehen.
Der erfolgreiche Testflug des Kurzstartflugzeugs EL2 ist für Electra Aero nur der Anfang. Das Unternehmen entwickelt bereits ein deutlich größeres Verkehrsflugzeug für 100 Passagiere, das dank eines ungewöhnlichen Antriebskonzepts sehr effizient fliegen soll.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
bundeswehr luftwaffe airbus a400 m venezuela hilfe 02
Die deutsche Luftwaffe schickt Airbus A400 M nach Venezuela, um nach den verheerenden Erdbeben dort zu helfen. Auch kommerzielle Fluglinien stellen Flugzeuge zur Verfügung - so etwa Vietnam Airlines oder Iberia.
Timo Nowack
Timo Nowack