Lufthansa Airbus A340: Auf dem Weg nach Japan muss er mehr Zeit einplanen.

Luftraum dichtUmfliegen von Russland kostet Lufthansa-Gruppe Millionen

Russlands Krieg gegen die Ukraine betrifft Lufthansa gleich mehrfach. Destinationen fallen weg, Umwege müssen geflogen werden und Treibstoff wird teurer.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Zuerst hat der russische Angriffskrieg für einen Stopp des Flugverkehrs in der Ukraine gesorgt. Kurz darauf folgten Sanktionen gegen russische Fluggesellschaften, die nicht mehr in EU-Länder fliegen dürfen. Europäische Airlines haben sich zeitgleich auch aus dem Luftraum Russlands zurückgezogen.

Das flächenmäßig größte Land der Welt wird nun seit mehreren Tagen von allen EU-Airlines vollständig umflogen. Flüge zu russischen Destinationen sind bis auf Weiteres eingestellt und Flüge nach Ostasien müssen Umwege fliegen, die oftmals zwei Stunden oder mehr zusätzlich in Anspruch nehmen. Außerdem wird der Treibstoff durch den Krieg teurer, was über einen längeren Zeitraum zu höheren Ticket-Preisen führt.

Russland und Ukraine ein Prozent des Lufthansa-Umsatzes

Destinationen in der Ukraine und Russland selbst machen zusammen ungefähr einen Prozent des Umsatzes der Lufthansa-Gruppe aus, teilte der Konzern auf seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag (3. März) mit. «Dieses eine Prozent verlieren wir zurzeit leider, aber wir sind uns wohl einig, es gibt noch ganze andere Dinge die uns beschäftigen, als dieser einprozentige Umsatzrückgang, bei der Tragik, die wir da sehen», sagt Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Finanziell hat der Ausfall dieses Marktes somit nur eine geringe Auswirkung auf Lufthansa.

Doch die Einstellung der Russland- und Ukraine-Ziele ist nicht das einzige Problem für Lufthansa. Ostasien-Flüge müssen bemerkbar längere Routen fliegen. «Der längste Umweg ist der nach Tokio, mit mehr als zwei Stunden extra Flugzeit je nach Wind», erklärt Spohr. Das sorgt für zusätzliche Kosten, etwa durch höheren Treibstoffverbrauch, längere Arbeitszeiten der Crew und längere Einsatzzeit der Flugzeuge.

Sibirischer Luftraum ist teurer

Ein Vorteil entsteht durch die Umwege allerdings auch. Denn der Luftraum über Sibirien ist verglichen zu anderen Lufträumen deutlich teurer und kostet alleine in der EU Fluggesellschaften jährlich etwa 400 Millionen Euro, so der Lufthansa-Chef. Weil der alternative Luftraum kostengünstiger ist, kann zumindest ein Teil der durch die Umwege entstehenden Zusatzkosten abgefedert werden. Insgesamt belaufen sich die geschätzten Kosten der Umwege gruppenweit auf einen einstelligen Millionenbetrag jeden Monat. Präzisere Zahlen liegen noch nicht vor.

Aufgrund der wegen der Corona-Pandemie starken Einschränkungen im Ostasien-Geschäft fällt die Auswirkung erheblich kleiner aus, als es zu normalen Zeiten der Fall wäre. 2019 machte der Markt in Asien 20 Prozent aller Sitzkilometer der Lufthansa-Gruppe aus. Aktuell sind es nur noch zwei Prozent. Eine Öffnung Chinas erwartet die Lufthansa-Führung nicht vor 2023.

Umweg über Alaska nur für Lufthansa Cargo eine Option

Zu Zeiten der Sowjetunion fanden einige Flüge zwischen Europa und Ostasien über Anchorage im Bundesstaat Alaska statt. Das ist für den Konzern jedoch keine Option. Zumindest für die Passagierairlines der Lufthansa-Gruppe nicht. «Wir haben das früher gemacht, aber zurzeit überwiegen die Vorteile der Südroute», erklärt Spohr.

«Wenn überhaupt kommt das nur für unsere Fracht infrage, und die Kollegen vom Netzmanagement der Fracht, in der Tat, prüfen das», so Spohr. Weitere Details über einen potenziellen Stopp in Alaska von Lufthansa Cargo sind allerdings noch nicht bekannt.

Mehr zum Thema

Airbus A350 von Lufthansa: Der Konzern ist offen für Nachschub.

Lufthansa will A350-Schnäppchen dank Russland-Sanktionen

Airbus A350 von Finnair: Blieben jetzt mehrheitlich am Boden.

Ukraine-Krieg trifft Finnair ins Mark

EU-Staaten verbannen russische Flugzeuge aus ihrem Luftraum

EU-Staaten verbannen russische Flugzeuge aus ihrem Luftraum

ticker-russland

Nach Drohnenangriff: Russische Flugsicherung begrenzt Verkehr im Süden des Landes

Video

Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
copa airlines muttertag
Wo können Mutter und Kind den Muttertag am besten verbringen? Im Cockpit, war die Antwort der Familie Freitas bei Copa Airlines.
Timo Nowack
Timo Nowack