Platz 11: Turkish Airlines.

Das Luftschloss Turkish-Lufthansa

Die türkische und die deutsche Regierung wollten eine enge Kooperation zwischen den beiden Airlines. Doch die sind nicht interessiert.

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Die beiden Regierungschefs schienen sich bereits einig zu sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihm eine gemeinsame Führung für Lufthansa und Turkish Airlines vorgeschlagen, sagte der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdoğan vergangenen November. Und er habe sofort zugesagt. Seine Regierung arbeite deshalb momentan an diesem Projekt. «Und so Gott will, werden wir diesen gemeinsamen Schritt tun», so der Premier weiter. Nun liegt diese Ankündigung bereits ein halbes Jahr zurück – und rein gar nichts ist geschehen. Kein Vertrag, keine Absichtserklärung, keine Verhandlungen. In den Konzernzentralen der beiden Fluglinien herrscht absolute Funkstille zum Thema.

Die angeregte vertiefte Kooperation scheint beim Management von Turkish Airlines und Lufthansa ganz allgemein eine tiefe Priorität zu haben. «Gerade haben wir nichts mit Lufthansa zu tun», meinte jetzt auch Turkish-Vorstandschef Temel Kotil bei einem Gespräch in Leipzig laut der Nachrichtenagentur Tm News. Beide Unternehmen seien börsenkotiert, daher dürfe er mehr nicht sagen. Aber in naher Zukunft stünde keine gemeinsamer Deal an.

Allein mehr wachsen

Das deckt sich mit Aussagen, die Turkish-Aufsichtsratspräsident Hamdi Topçu Mitte April in einem Interview machte. «Zu diesem Thema fand noch kein Treffen zwischen der Führung der beiden Fluglinien statt», sagte er bei der Bekanntgabe einer Großbestellung neuer Flugzeuge.

Anfang April ließ die türkische Nationalairline verlauten, sie ordere 70 B737 bei Boeing. Hinzu kamen damals 28 Optionen auf den amerikanischen Mittelstreckenflieger. Außerdem gibt sich die Fluglinie auch weiter an Langstreckenfliegern interessiert – vor allem dem A350 und dem A380. Auf die Hilfe von Lufthansa scheint man in Istanbul nicht zu zählen.

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