Tupolev Tu-154 der russischen Armee: Ein solches Flugzeug stürzte ab.

Russische Armee-MaschineTu-154 über dem Schwarzen Meer abgestürzt

Eine Tupolev Tu-154 der russischen Streitkräfte ist auf dem Weg nach Syrien über dem Schwarzen Meer abgestürzt. An Bord befanden sich 92 Menschen - darunter der weltberühmte Armee-Chor Alexandrow-Ensemble.

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Die Armeeführung hatte für die in der Luftwaffenbasis Khmeimim bei Latakia in Syrien stationierten Truppen etwas Besonderes geplant. Zu Weihnachten sollte der weltberühmte Chor Alexandrow-Ensemble auftreten. Die Sänger waren am Samstag (24. Dezember) am Militärflugplatz Chkalovsky in Moskau in eine Tupolev Tu-154 des russischen Verteidigungsministeriums gestiegen. Ihr Flug führte sie zunächst nach Sochi, wo die Maschine neu aufgetankt wurde.

Danach lief etwas schief. Denn kurz nach dem Start von Flug RFF7091 in Sochi am 25. Dezember verschwand die Tu-154 vom Radar. Offenbar hatte sie vorher noch ihren Kurs verlassen und abgedreht. Das Unglück passierte gemäß den russischen Behörden um 5:40 Uhr Lokalzeit rund sieben Minuten nach dem Start. Das Wetter war zum Zeitpunkt des Unglücks gut.

Sänger, Journalisten, Besatzungsmitglieder

Inzwischen haben Rettungskräfte Trümmerteile im Schwarzen Meer gefunden. «Fragmente der vom Verteidigungsministerium betriebenen Tu-154 wurden rund 1,5 Kilometer vor der Küste im Schwarzen Meer in rund 50 bis 70 Metern Tiefe gefunden», so das Ministerium in einer Mitteilung. Auch fünf Leichen wurden inzwischen geborgen. An Bord der abgestürzten Tu-154 befanden sich 84 Passagiere*, neben den Mitgliedern des Alexandrow-Ensembles auch neun Journalisten, eine Mitarbeiterin eines Hilfswerks sowie acht Besatzungsmitglieder.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des russischen Föderationsrates schloss einen Terrorakt umgehend als Ursache aus. «Es war ein Flugzeug des Verteidigungsministeriums und es war der Luftraum Russlands», so Viktor Ozerov. «Eine solche Version ist unmöglich». Er tippt auf Pilotenfehler oder technische Probleme. Russland hat für den 26. Dezember Staatstrauer ausgerufen.

Alte Technik

Die betroffene Tu-154 wurde im September letztmals überholt, der letzte große Check hatte 2014 stattgefunden. Die nun verunglückte Tu-154 wurde 1983 mit Seriennummer 83A572 gebaut und trug das Kennzeichen RA-85572. Sie war also 33-jährig, hatte aber erst 6689 Flugstunden. Sie gehörte der 223. Luftwaffen-Staffel.

Die Tu-154 ist ein dreistrahliger Jet aus der Zeit der Sowjetunion. Von 1968 bis 2013 wurden 1026 Exemplare gebaut. Bisher gab es 39 Unfälle mit Toten mit dem Flugzeugtyp. Angesichts der vielen Flugstunden gilt das als gute Bilanz. Die Tu-154 ist allerdings von ihrer technischen Ausstattung her inzwischen doch sehr alt. Selbst die Luftfahrtbehörde des Landes rät, den Flieger aus dem Verkehr zu ziehen.

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