Die Boeing 787-10 ist etwas mehr als 68 Meter lang.

Rollout der Boeing 787-10Trump stiehlt Stretch-Dreamliner die Show

Der US-Präsident nutzte den Rollout des neuen Dreamliners, um seine America-First-Parolen zu verkünden. Ausgerechnet dieses Flugzeug ist aber ein Beispiel für die internationale Ausrichtung von Boeing.

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Alles, was derzeit in Vereinigten Staaten geschieht und irgendwie mit Donald Trump zu tun hat, wirkt absurd. So also auch das Rollout von Boeings neuester Maschine. Der Flugzeugbauer präsentierte den Stretch-Dreamliner am Freitag (17. Februar) stolz der Öffentlichkeit. Und der Präsident stattete dem Unternehmen zu diesem Anlass einen Besuch ab. «Es ist ein wunderschönes Flugzeug», schwärmte Trump. «Ein wunderbares Kunstwerk.»

«Der Name sagt alles. Dreamliner. Toller Name», schwärmte er weiter. Boeings Geschäftsführer Dennis Muilenburg war zufrieden. «Ich glaube, Trump war beeindruckt davon, was er bei der Tour des Werks sah», so der Manager. «Hier geht es um Produktion in den USA.»

Sehr internationales Flugzeug

Ganz falsch ist das nicht. Immerhin wird der Flieger in den USA entwickelt und zusammengesetzt. Aber so wirklich wahr ist die Aussage dann auch wieder nicht. Umso absurder wirkte auch Trumps Auftritt bei Boeing, in dem er noch einmal betonte, dass man weniger auf Importe setzen sollte und so viel wie möglich im eigenen Land einkaufen müsse.

In keinem anderen Flugzeug von Boeing stecken so viele Teile von internationalen Zulieferern wie in der 787-10. Nur der vordere Teil des Rumpfes, das Heck und das Seitenleitwerk werden in den USA gebaut. Die restlichen Teile kommen aus der ganzen Welt: Frankreich, Italien, Japan, Australien, Kanada, Schweden, Mexiko sind nur einige Beispiele von Zuliefererländern.

Weniger Reichweite

Die 787-10 ist etwas mehr als 68 Meter lang und fasst 330 Passagiere. Weil das Flugzeug durch den gestreckten Rumpf schwerer ist, kann es weniger Treibstoff mitnehmen. Die Reichweite beträgt 11.910 Kilometer. Zum Vergleich: Die Boeing 787-9 kann mehr als 15.000 Kilometer weit fliegen.

In den kommenden Wochen soll der Stretch-Dreamliner das erste Mal abheben. Derzeit gibt es von neun verschiedenen Kunden Bestellungen für 149 Flieger des Typs.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Bilder des Rollouts der Boeing 787-10.

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