Davon träumen viele Luftfahrtfans schon als Kinder: einmal während des Fluges vorn im Cockpit zu sitzen. Für die allermeisten bleibt das spätestens seit den verschärften Sicherheitsregeln nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ein unerfüllbarer Wunsch. Papst Leo XIV. hingegen durfte genau das jetzt erleben.
Bei einem Flug von Madrid nach Barcelona nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Jumpseat im Cockpit eines Airbus A320 von Iberia Platz. Bilder zeigen einen sichtlich erfreuten Papst zwischen dem Kapitän und der Kopilotin. Besonders spektakulär: Das Flugzeug wurde von Kampfjets der spanischen Luftwaffe begleitet.
Vatikan hat kein eigenes Regierungsflugzeug
Leo XIV. winkte den Armeepiloten zu und sprach sogar per Funk mit ihnen. Für Iberia-Kapitän Pablo Martínez Núñez, seit 26 Jahren bei der Fluggesellschaft, war es nach eigenen Angaben «der bedeutendste Flug» seiner Karriere.
Dennoch haben Papstreisen ihre eigenen Traditionen. Bei Auslandsreisen startet der Pontifex üblicherweise mit der Fluggesellschaft seines Heimatlandes. Zu Zeiten von Papst Franziskus war das erst Alitalia, später ITA Airways. Deren Flüge erhalten die Flugnummer AZ4000 für die päpstlichen Missionen. Für den Rückflug oder Inlandsflüge im Gastland kommt traditionell eine Fluggesellschaft des Gastlandes zum Einsatz - wie jetzt Iberia.
Papst reist eigentlich in der Business Class
Die oft verwendete Bezeichnung Shepherd One für einen Flug mit dem Papst an Bord ist eigentlich inoffiziell. Der Begriff entstand in Anlehnung an die amerikanische Air Force One und wurde vor allem von US-Medien populär gemacht. Offiziell verwendet der Vatikan die Bezeichnung nicht. Oft nutzen die Fluglotsen schlicht Bezeichnungen wie Volo Papale (italienisch für päpstlicher Flug) oder standardmäßige Flugnummern der Fluggesellschaft
An Bord sitzt der Papst üblicherweise in der Business Class. In seiner Nähe reisen Berater, Mitarbeitende des Vatikans und Sicherheitskräfte. Dahinter nehmen Dutzende Journalistinnen und Journalisten Platz, die den Heiligen Vater auf seinen Reisen begleiten. Gerade die fliegenden Pressekonferenzen des Pontifex an Bord sind inzwischen legendär. Viele der bemerkenswertesten Aussagen von Franziskus entstanden nicht bei offiziellen Auftritten, sondern während dieser Gespräche über den Wolken.
Früher gab es sogar extra Betten für den Pontifex
Spezielle Umbauten gibt es heute kaum noch. Früher ließen Airlines auf besonders langen Reisen sogar Betten für den Papst in ihre Flugzeuge einbauen. Diese Zeiten sind vorbei. Moderne Business-Class-Sitze bieten ausreichend Komfort.
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