Letzte Aktualisierung: 7:49 Uhr

Korean Air

Triebwerksschaden zwingt A220 zur Umkehr

Problem mit einem PW1500G von Pratt & Whitney: Ein Airbus A220-300 von Korean Air musste seinen Flug Richtung Japan aufgrund eines kaputten Triebwerks abbrechen.

Korean Air

A220-300 von Korean Air: Einer der Flieger wird derzeit untersucht.

Zwischenfall bei Korean Air: Ein Airbus A220-300 der koreanischen Fluglinie musste aufgrund eines Triebwerksschadens einen Flug abbrechen. Die Maschine mit der Kennung HL8314 startete am Mittag des 27. Dezember als Flug KE753 am Airport Gimhae der südkoreanischen Hafenstadt Busan mit 64 Passagieren in Richtung Nagoya in Japan.

Nach 25 Minuten Flugzeit stellten die Piloten einen Schaden an einem der beiden Triebwerke des Typs Pratt & Whitney PW1500G fest, kehrten um, und landeten schließlich wieder sicher in Busan. Korean Air bestätigte den Vorfall nun Anfang Januar gegenüber dem Fachmagazin Flightglobal und erklärte, das Flugzeug befinde sich noch zur Untersuchung im Hangar. Dabei arbeite man eng mit Airbus und Pratt & Whitney zusammen.

A220-Triebwerke werden modifiziert

Vor der Übernahme von Bombardiers C-Series durch Airbus hatte der A220-300 den Namen CS300 getragen. Korean Air betreibt zurzeit neun der Flugzeuge. Das erste hatte die Fluggesellschaft im Dezember 2017 von den Kanadiern in Empfang genommen. Die nun betroffene HL8314 kam im Sommer 2018 bei Korean Air an. Zum aktuellen Schaden wollte sich die Airline zunächst nicht näher äußern. Auf einem Foto, das laut koreanischen Medien das beschädigte Triebwerk zeigen soll, sind Schäden an der Turbine zu erkennen.

Pratt & Whitney hat das PW1500G speziell für die damalige C-Series entwickelt. Es ist eine Variante des PW1100G, welches die A320 Neo antreibt und seit geraumer Zeit Probleme macht. Die PW1500G der A220 sorgen zurzeit auch bei Swiss für Mehrarbeit. «Bei unseren Pratt & Whitney läuft seit einiger Zeit ein Modifikationsprogramm», sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter im Dezember. Das sei ein riesiger Aufwand. Die Motoren müssten von den Jets abmontiert und dann zu Pratt & Whitney und zurück verschifft werden.

Probleme schon bei der Produktion

Bei den Modifikationen geht es um vorzeitige Verschleißerscheinungen, die laut dem Hersteller nicht sicherheitsrelevant sind. «Wir haben die Brennkammerplatte und die Kohlefaserstoffdichtung Nummer Drei neu gestaltet um die Lebensdauer zu erhöhen», erklärte eine Sprecherin von Pratt & Whitney im Dezember gegenüber aeroTELEGRAPH. Die Neuerungen würden in alle neuen Triebwerke der Airbus A220 eingebaut.

Bereits bei der Produktion hatte Pratt & Whitney Schwierigkeiten, unter anderem bei der Montage der Fan-Schaufeln. Laut koreanischen Medien wies ein Sprecher von Korean Air auch im Zusammenhang mit dem aktuellen Vorfall darauf hin, dass es beim PW1500G schon im Produktionsprozess Probleme und Verzögerungen gegeben habe.



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