Flieger von Avianca: Nicht in Portugal gelandet.

Portugal düpiert Avianca-Eigner

Milliardär Germán Efromofich war sich sicher, die Staatsairline TAP übernehmen zu können. Völlig überraschend wies die Regierung die Offerte nun zurück.

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Germán Efromofich versuchte alles. Über die letzten Wochen reiste der brasilianisch-kolumbianische Unternehmer mehrere Male von Südamerika nach Portugal, um mit den Verantwortlichen bei TAP und in der Regierung zu sprechen. Und immer wieder lancierte er über die Medien seine Charmeoffensiven. Bis ganz zuletzt. Er hoffe eine «Fluggesellschaft zu betreiben, welche die Portugiesen lieben werden», sagte der Chef der Avianca-Mutter Synergy Group am Mittwoch (18. Dezember) gegenüber dem portugiesischen Fernsehsender TVI. Wenn es nach ihm gehe, würde die Bevölkerung TAP nach der Privatisierung noch mehr schätzen als zuvor. Er versprach der Airline ab 2015 neue Flugzeuge und neue Routen.

Und so zeigte sich Efromofich am Ende überaus zuversichtlich, dass Lissabon ihm die Staatsairline verkaufen würde. Schließlich war er der einzig verbleibende Kandidat. British-Airways- und Iberia-Mutter IAG und Alitalia hatten sich als letzte Mitkonkurrenten bereits früher aus dem Rennen zurückgezogen. Zwar habe das Angebot strategisch Sinn gemacht und auch den eigenen Zielen entsprochen, erklärte Staatssekretärin Maria Luís Albuquerque vor den Medien nach der Absage. Aber Efromofichs Synergy Group habe nicht genügend versichern können, die nötigen finanziellen Mittel zu besitzen. Portugal will nun im nächsten Jahr eine neue Runde starten und einen anderen Käufer suchen.

Extra polnischen Pass beantragt

Efromofich zeigte sich nach dem Entscheid bitter enttäuscht. Es handle sich wohl um ein großes Missverständnis, sagte der Milliardär gegenüber dem portugiesischen TV-Sender SIC Noticias. Er könne jedes fehlende Dokument nachliefern. Doch die Regierung habe seine Beteuerung ignoriert und wolle offenbar gar keinen Abschluss. «Wenn sie dieses Geschäft wirklich wollen, dann müssen sie nur anrufen», sagte er weiter. Er bat die Regierung deshalb, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken. Wie viel dem Milliardär am Deal lag zeigt, dass er eigens dafür den polnischen Pass beantragte und auch bekam. Auf den hat er über seine Vorfahren Anrecht. Nur als Europäer durfte er auch mehr als 49 Prozent übernehmen.

Seine Synergy Group war bereit, 1,5 Milliarden Euro für TAP auszugeben. Allerdings wäre davon nur ein Bruchteil von 35 Millionen in die Staatskasse geflossen. Eine Milliarde hätte Efromofich investiert, um Schulden abzubauen. Weitere 316 Millionen wären als neues Eigenkapital an TAP gegangen.

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