Airbus A330 von Swiss: Die Airline kürzt die Langstreckenflotte.

Auch weniger A320 und A321Swiss kürzt Langstreckenflotte um fünf Airbus-Jets

Die Lufthansa-Tochter verschärft ihren Sparkurs. Swiss plant einen deutlich höheren Stellenabbau und Entlassungen am Boden und in der Luft. Auch die Flotte und das Netz werden gekürzt.

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Erwartungsmanagement nennt man es im Business-Sprech. Als der neue Swiss-Chef Dieter Vranckx Anfang März die tiefroten Zahlen fürs Corona-Jahr 2020 vorstellte, beklagte er sich über die negativen Folgen erneuter Lockdowns, zusätzlicher Reise-Restriktionen, Virus-Varianten und über die langsamen Impffortschritte. Deshalb prüfe man auch eine «stärkere Verkleinerung als bislang vorgesehen».

Ende April wiederholte er die Botschaft in einem Interview und verdeutlichte sie. Mittelfristig rechne man mit einer Reduktion des Geschäftsreiseverkehrs «um voraussichtlich mindestens 20 Prozent», so Vranckx. Und davon sei Swiss «mit ihrem Geschäftsmodell in besonderem Maße betroffen». Die Beschäftigten waren also darauf vorbereitet, dass man ihnen in Kürze keine guten Nachrichten verkünden würde.

Rund 780 Entlassungen

Am Donnerstag (6. Mai) traf diese Hiobsbotschaft ein. Bisher hatte das Management von Swiss stets von einem Abbau von etwas über 1000 Stellen bis Ende des Jahres gesprochen. Diese Verkleinerung konnte es durch Ausnutzen der Fluktuation und freiwillige Abgänge erreichen. Doch das reicht nicht mehr. Neu plant die Führung unter Vranckx einen Abbau von 1700 Vollzeitstellen. Swiss will insgesamt rund 500 Millionen Franken an jährlichen Kosten einsparen. «Ziel ist es, den Bankenkredit zeitnah zurückbezahlen und unsere Wettbewerbs- und Investitionsfähigkeit nachhaltig sicherstellen zu können», wird Vranckx zitiert.

Aufgrund des stärkeren Abbaus wird es auch zu Entlassungen kommen. Maximal 780 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhielten die Kündigung, so Swiss. Die Airline spricht von 200 Betroffenen am Boden, 60 in der Technik, 400 bei den Flugbegleitern und 120 bei den Piloten. Insgesamt bedeutet die Schrumpfung ein Abbau des Personalbestandes um 20 Prozent. Ende 2019 zählte die Lufthansa-Tochter noch 9563 Vollzeitstellen. Er bedaure den schmerzhaften Schritt «außerordentlich», so Vranckx. «Leider bleibt die Situation äußerst anspruchsvoll und erfordert weiterhin eine hohe Kostendisziplin und -effizienz.»

Auch weniger Wet-Lease

Grund des verschärften Sparkurses ist die Tatsache, dass Swiss keine schnelle Erholung erwartet - besonders auch im Geschäftsreiseverkehr, wo sie stark ist. Deshalb wird sie auch die Flotte um rund 15 Prozent verkleinern. Im Kurz- und Mittelstreckenbereich baut Swiss die Flotte inklusive der von Wet-Lease-Partner Helvetic Airways bereitgestellten Embraer-Jets von 69 auf 59 Flugzeuge ab. Vor allem ältere Airbus A320 und A321 dürften verschwinden.

Auch auf der Langstrecke wird gekürzt. Statt 31 Flugzeuge wird Swiss künftig nur noch 26 einsetzen. Die zwölf neu angeschafften Boeing 777 behält die Fluggesellschaft. Fünf Airbus-Jets werden aber ausgeflottet. Die A340 haben eben erst ein neue Kabine erhalten. Sie sollten aber ab 2025 ersetzt werden. Die 14 Airbus A330 weisen ein etwas älteres Kabinenprodukt auf. Sie sollen nach den A340 ersetzt werden. Als Ersatz für die beiden Modelle stehen Boeing 787 und Airbus A350 zur Diskussion.

Streckennetz wird verkleinert

Folglich wird auch das Netz gekürzt. «Einzelne» Nonstop-Verbindungen nach Übersee könnten «vorerst nicht wieder aufgenommen werden», heißt es. Andere Ziele werden seltener angeflogen. Auch in Europa werden die Frequenzen gekürzt - das heißt, es wird weniger Flüge geben, aber die Zahl der Ziele soll einigermaßen gehalten werden.

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