Lufthansa-Jets: Wie viel Mitsprache bekommt der Staat?

Zu viel Kontrolle?Streit um Staatshilfe für Lufthansa

Die deutsche Regierung verlangt für ihre Hilfe eine Beteiligung an Lufthansa und damit auch Mitspracherecht. Die Führung der Fluglinie ist darüber unglücklich und prüft laut einem Bericht Alternativen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Die deutsche Regierung hat offenbar eine klare Vorstellung. Sie ist bereit, Lufthansa mit rund neun Milliarden Euro zu unterstützen. Dies will sie über eine direkte Beteiligung und Kredite tun, wie es in Medienberichten heißt. Dafür stellt Berlin allerdings Forderungen.

Der deutsche Staat will 25 Prozent der Anteile an Lufthansa und damit eine Sperrminorität, zwei Sitze im Aufsichtsrat und eine Verzinsung des Darlehens von neun Prozent. Das geht dem Management von Lufthansa zu weit. Vor allem der hohe Zinssatz des Kredites mache dem Vorstand unter Chef Carsten Spohr Sorgen, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Zu viel Mitsprache?

Die Zinslast führe zu einer finanziellen Belastung von einer halben Milliarde pro Jahr. Das verunmögliche künftige Investitionen. Aber auch die beiden Vertreter im Aufsichtsrat sind der Führung gemäß dem Blatt ein Dorn im Auge, da sie zusammen mit den Arbeitnehmervertretern sie Mehrheit hätten. Das Portal Business Insider schreibt indes, die beiden Posten würden nicht von Beamten oder Politikern besetzt.

Der Deal drohe durch den Streit zu kippen, so die Süddeutsche weiter. Bei Lufthansa überlege man sich deshalb schon Alternativen zur Staatshilfe. Ein möglicher Plan B sei ein Schutzschirmverfahren, wie es Condor durchläuft.

Liquidität schwindet schnell

Es ist eine Sonderform des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. «Es kann nur beschlossen werden, wenn die betroffene Gesellschaft lediglich drohend zahlungsunfähig ist und positive Sanierungsaussichten bestehen», erklärt Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Jasper Stahlschmidt von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp. Das Unternehmen ist also an sich gesund.

Lufthansa hatte vergangene Woche erklärt, die Liquidität von 4,4 Milliarden werde schnell aufgebraucht. Und man glaube nicht, den enormen Kapitalbedarf über den Finanz- und Kapitalmarkt decken zu kön­nen. Deshalb hofft der Konzern auf den Staat.

Mehr zum Thema

Lufthansa: Die Staaten helfen.

Staatliche Lufthansa-Hilfsgelder kommen aus vier Ländern

Condor-Jet im Hangar: Die Airline hält den Betrieb aufrecht.

So funktioniert Condors Schutzschirm

Flieger von Austrian Airlines in Wien: Der Staat stellt Forderungen.

Wien stellt Forderungen für Hilfe an Austrian Airlines

ticker-lufthansa

Lufthansa verkauft zwei Boeing 787 und least sie zurück

Video

cessna usa 250
Manchmal zeichnet ein Flugzeug mit seinem Flugverlauf ein Herz oder einen einfachen Schriftzug an den Himmel. Zum 250. Am Unabhängigkeitstag der USA hat eine Cessna R182 nun auch so etwas getan - aber auf einem anderen Level.
Timo Nowack
Timo Nowack
Flugzeuge am Wilson Airport: 41 Flugzeuge um den Flughafen sind zu hoch und sollen abgerissen werden.
Flughafen Nairobi-Wilson
Rund um Kenias wichtigsten Inlandsflughafen sind in den vergangenen Jahren Dutzende Gebäude entstanden, die den Luftraum verletzen. Der Senat fordert nun den Abriss, die Regierung will lieber die Flugrouten zum Flughafen Nairobi-Wilson ändern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der weltgrößte Papierflieger: Er flog über 59 Meter.
Papierflieger kennt jedes Kind. Doch dieses Exemplar sprengt alle Dimensionen: Mit mehr als 20 Metern Spannweite und einem Flug über 59 Meter hat ein Team aus Italien den Weltrekord für das größte flugfähige Papierflugzeug geholt - und Deutschland entthront.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin