Condor-Jet im Hangar: Die Airline hält den Betrieb aufrecht.

Deutscher FerienfliegerSo funktioniert Condors Schutzschirm

Das Amtsgericht Frankfurt hat das Schutzschirmverfahren für Condor genehmigt. Dadurch profitiert der insolvente Mutterkonzern nicht vom geplanten Verkauf des Ferienfliegers.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Weiterer Erfolg für Condor: Nachdem die Airline sich zuerst einen staatlich verbürgten Übergangskredit gesichert hat, genehmigte das Amtsgericht Frankfurt am Dienstag (26. September) auch das beantragte Schutzschirmverfahren. Der Jurist Lucas Flöther wurde zum sogenannten Sachwalter bestimmt, der dafür zuständig ist, die Interessen der Gläubiger zu wahren. Flöther ist bereits als Insolvenzverwalter von Air Berlin bekannt.

Condor will sich mit dem Schutzschirmverfahren gegen Forderungen ihres seit Montag insolventen Mutterkonzerns Thomas Cook schützen und Unabhängigkeit von ihm erlangen. Doch wie funktioniert das? «Das Schutzschirmverfahren ist eine Sonderform des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung», erklärt Rechtsanwalt und Sanierungsexperte Jasper Stahlschmidt von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp. «Es kann nur beschlossen werden, wenn die betroffene Gesellschaft lediglich drohend zahlungsunfähig ist und positive Sanierungsaussichten bestehen.» Der gewährte Staatskredit dürfte dem Ferienflieger geholfen haben, das Gericht von diesen Sanierungsaussichten zu überzeugen.

«Wir suchen uns einen neuen Eigentümer»

Das Unternehmen hat nun drei Monate Zeit, einen Sanierungsplan aufzustellen, «der auch einen Verkauf des Unternehmens vorsehen kann», so Stahlschmidt. Condor-Chef Ralf Teckentrup hatte bereits am Dienstag gesagt, unabhängig zu bleiben sei keine sinnvolle Lösung. «Wir suchen uns einen neuen Eigentümer.» Erste Gespräche würden bereits laufen.

Löhne und Gehälter sind für die drei Schutzschirm-Monate über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit abgesichert. Dies helfe der Firma, «Liquidität zu generieren, da viele Lieferanten und Gläubiger ab der Einleitung des Schutzschirmverfahrens nicht mehr auf Rechnung, sondern nur gegen Vorkasse liefern», sagt der Experte.

Thomas Cook profitiert nicht von Verkauf

Nach den drei Monaten mündet das Schutzschirmverfahren regelmäßig in einer Insolvenz in Eigenverwaltung. «Dort wird dann der vorgelegte Sanierungsplan umgesetzt, um das Unternehmen saniert aus dem Verfahren zu entlassen», sagt Stahlschmidt und fügt hinzu: «Würde die Bundesregierung die Staatsbürgschaft außerhalb eines Insolvenzverfahrens erteilen, hätte der Gesellschafter von Condor, also die insolvente Muttergesellschaft Thomas Cook, ein ganz erhebliches Mitspracherecht bei einem möglichen späteren Verkauf und könnte bei einem Verkauf des Unternehmens davon noch profitieren.» Durch den Schutzschirm profitierten dagegen von einem späteren Verkaufserlös die Gläubiger, die im Verfahren über einen vorläufigen Gläubigerausschuss eingebunden sind.

Mehr zum Thema

Flieger von Condor: Die Airline kann weiterfliegen.

«Wir suchen uns einen neuen Eigentümer»

Thomas-Cook-Logo: Von der Pleite der britischen Mutter war Thomas Cook Aviation zunächst nicht betroffen.

Thomas Cook ist am Ende

1970 stiess die Königin der Lüfte zur Flotte. Condor war damit eine der ersten Airlines überhaupt, welche die Boeing B747-200 einsetzte.

Die lange Tradition des Ferienfliegers Condor

Flieger on Silver Airways: Hebt nicht mehr ab.

Silver Airways stellt alle Flüge ein

Video

Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies