Verschiedene Mitglieder der 737-Max-Familie, visualisiert im Design von Lion Air: Die Fluglinie ist ein großer Kunde von Boeing.

Ärger um 737 MaxStreicht Lion Air Bestellungen bei Boeing?

Die Suche nach den Ursachen des Absturzes einer Boeing 737 Max von Lion Air belastet die Beziehungen zwischen Hersteller und Fluglinie. Jetzt werden offene Orders zum Thema.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Lion-Air-Mitgründer Rusdi Kirana scheint wütend auf Boeing zu sein. Und er soll deshalb mit dem Gedanken spielen, Bestellungen bei dem Flugzeugbauer zu streichen. Das berichten die Zeitung Seattle Times und die Nachrichtenagentur Reuters. Auslöser ist demnach Boeings Kritik am Zwischenbericht zum Absturz einer Boeing 737 Max von Lion Air Ende Oktober.  Kirana sieht in Boeings Verhalten einen Versuch, von der Debatte um die technischen Systeme der 737 Max abzulenken und Lion Air verantwortlich zu machen.

«Er ist sehr verärgert über Boeing», sagte ein Airline-Financier, der Kirana gut kennt, gegenüber der Seattle Times. Gemäß dem Financier sowie dem Chef einer Leasingfirma soll sich die Beziehung zwischen dem Airline-Gründer und dem US-Flugzeugbauer schon in den vergangenen Jahren verschlechtert haben. Die aktuellen Geschehnisse hätten alles schlimmer gemacht. Nach Boeings Kritik am Zwischenbericht soll Kirana schließlich eine Überprüfung der Flugzeugbestellungen angeordnet haben.

190 offene Bestellungen

Kirana hat den Chefposten bei Lion Air zwar abgegeben und ist mittlerweile Indonesiens Botschafter in Malaysia. Dennoch soll er laut der Zeitung noch 50 Prozent der Anteile an der Gruppe halten, zu der neben Lion Air Indonesia auch Ableger in Malaysia und Thailand gehören. Die wichtigen Entscheidungen bei Lion Air laufen demnach weiterhin über Kirana.

Lion Air hat bei Boeing per Ende Oktober noch Bestellungen über 190 Flugzeuge mit einem Listenpreis von insgesamt 22 Milliarden Dollar offen. Die Order von 201 Boeing 737 Max im Jahr 2011 galt als eine der größten Bestellungen überhaupt. Der damalige US-Präsident Barack Obama war bei der Unterzeichnung des Deals anwesend.

Wäre Lion Air eine Reduzierung gerade recht?

Dass Kirana sich nun verärgert über Boeing zeigt, könnte auch ein taktisches Manöver sein. Denn in Branchenkreisen heißt es, Lion Air habe sich mit ihren Bestellungen übernommen und eine Reduzierung käme der Fluggesellschaft gerade recht. Auch der Financier sagte gegenüber der Seattle Times, Kirana erkenne wohl, dass er viele Jets bestellt habe, es jedoch am nötigen Kapital fehle. Offiziell äußern will Lion Air sich bisher nicht.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max: Der Flugzeugbauer widerspricht den indonesischen Ermittlern.

Boeing kritisiert Bericht zu Unglücksflug JT610

Taucher an der Unglücksstelle von Flug JT610: Sie halten weiterhin nach der zweiten Black Box Ausschau

Boeing 737 Max von Lion Air war «nicht flugtauglich»

Boeing 737 Max von Southwest: Eine Änderung steht an.

Southwest Airlines rüstet Boeing 737 Max auf

boeing 787 air new zealand imtow

Boeing 787-9 und -10 haben jetzt mehr Reichweite - und das ist für Boeing eine doppelt gute Nachricht

Video

santa monica douglas dc 3 monument
Er ist mehr als 100 Jahre alt, doch Ende 2028 wird er schließen. Der Flughafen Santa Monica in Kalifornien war zwar nie ein großer Verkehrsflughafen, aber dennoch historisch bedeutsam.
Timo Nowack
Timo Nowack
wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack