Menschen auf der Tragfläche: Sprung aus großer Höhe

Palma de MallorcaWas lief bei der Evakuierung der Boeing 737 von Ryanair schief?

Bei der Evakuierung einer Boeing 737 in Palma de Mallorca haben sich mindestens drei Passagiere Brüche zugezogen. Nun stellen sich Fragen zum Ablauf der Evakuierung.

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Die Bilanz ist bitter. Insgesamt 18 Menschen wurden bei der Evakuierung von Ryanair-Flug RK3445 von Palma de Mallorca nach Manchester am vergangenen Samstag (5. Juli) verletzt. Grund war ein falscher Feueralarm im Cockpit. Sechs Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Eine von ihnen ist Danielle Kelly. Gegenüber der Zeitung Daily Mail erklärte sie, dass sie sich beim Sprung von der Tragfläche mehrere Brüche zugezogen habe: an der Ferse, dem Handgelenk und dem Ellbogen. Die 56-jährige Britin muss sich in den kommenden Monaten mehreren Operationen unterziehen.

Notrutschen nur auf einer Seite ausgelöst

Laut der Daily Mail erlitten mindestens zwei weitere Frauen schwere Frakturen. Eine Passagierin hat sich beim Sprung von der Tragfläche den rechten Fuß gebrochen und musste operiert werden. Eine weitere Frau berichtete der Zeitung, sie habe sich beim Sprung vom Flügel einen doppelten Beckenbruch sowie einen Knochenbruch im unteren Rückenbereich zugezogen.

Bilder in sozialen Netzwerken zeigen, dass auf der linken Seite der Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen G-RUKN Reisende das Flugzeug über Notrutschen verließen. Die vordere und hintere Tür auf der rechten Seite blieben geschlossen. Stattdessen wurden die beiden Notausgänge über den Tragflächen geöffnet. Reisende standen auf den Tragflächen und sprangen aus über zwei Metern Höhe auf das Vorfeld. So auch Kelly.

Klappen der Boeing 737 falsch gestellt?

Um eine Boeing 737 sicher über die Notausgänge über den Flügeln zu evakuieren, müssen laut Checkliste die Tragflächen richtig konfiguriert sein. Die Position Flap 40 senkt die Klappen ab, die Hinterkante der Tragflächen senkt sich dadurch näher zum Boden. In der Theorie sollen Passagiere über die Tragfläche und die Klappe sicher nach unten rutschen können. Bilder in den Sozialen Medien lassen erahnen, dass dieser Schritt nicht erfolgt ist.

Übungsmodell einer Boeing 737 von Ryanair in Dublin: Es gibt Fragen zu der Evakuierung in Palma.

Unklar ist, warum weder die Notrutschen auf der rechten Seite des Flugzeugs geöffnet wurden, noch warum die Klappen wahrscheinlich nicht die richtige Stellung hatten, um die Höhe für eine potenzielle Sprung zu verringern. Ryanair hat bis zum Erscheinen des Artikels beide Fragen nicht beantwortet. Passagiere berichten von Panik an Bord und werfen der Billigairline vor, dass die Evakuierung unkoordiniert verlaufen sei.

Ryanair spricht von leichten Verletzungen

Ryanair teilt lediglich mit: «Die Passagiere wurden über aufblasbare Rutschen aus dem Flugzeug gebracht und kehrten zum Terminal zurück. Beim Aussteigen erlitten einige wenige Passagiere leichte Verletzungen (Knöchelverstauchungen und so weiter), sodass die Besatzung sofort medizinische Hilfe anforderte.» Ryanair entschuldigt sich bei allen Passagieren für die entstehenden Unannehmlichkeiten.

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