Boeing 737 Max: Der Flugzeugbauer widerspricht den indonesischen Ermittlern.

Absturz von Lion AirBoeing kritisiert Bericht zu Unglücksflug JT610

Indonesien hat im ersten Zwischenbericht zum Absturz der Boeing 737 Max von Lion Air herausgegeben. Boeing antwortet ungewohnt deutlich darauf und kritisiert die Ermittler.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Es ist ein eher ungewöhnlicher Schritt. Nachdem die indonesischen Ermittler am Mittwoch ihren ersten Zwischenbericht zu Unglücksflug JT610 veröffentlicht hatten, reagierte Flugzeugbauer Boeing mit einer sehr ausführlichen Antwort. Er kritisiert die Befunde der Indonesier zwischen den Zeilen stark. Er weist auf Punkte hin, welche die Ermittler so nicht erwähnten. Dabei konzentriert sich Boeing vor allem auf alles, was vor dem Absturz der Boeing 737 Max 8 von Lion Air geschah.

Laut Ermittler-Bericht hatten die Piloten des Fluges vor JT610 bereits Probleme mit der Kontrolle des Fliegers, nachdem zuvor der sogenannte Angle-of-Attack-Sensor ausgetauscht worden war. Sie lösten sie, indem sie das Trimmsystem deaktivierten und das Höhenruder manuell trimmten. Direkt vor dem tragischen Flug hätten der Kapitän und der zuständige Wartungsingenieur darüber geredet. Dennoch beinhalte der Bericht der Ermittler, so Boeing in einer Mitteilung, keine Informationen über die Installation des neuen Sensors – oder darüber, ob dieser neu war oder nur verbessert worden war.

Wieder falsche Geschwindigkeitsdaten

«Obwohl es in dem Bericht heißt, der Pilot sei mit dem Bericht der Mechaniker zufrieden gewesen, kämpften die Piloten auf dem folgenden Flug erneut mit falschen Geschwindigkeitsdaten» und falschen Reaktionen des Flugzeugs, heißt es weiter: Während die Systeme des Flugzeugs die Nase immer wieder nach unten drückten, zog der fliegende Pilot sie stets wieder hoch. Schließlich verlor er die Kontrolle und die Boeing 737 Max 8 stürzte ins Meer.

Weiter heißt es von Boeing, dass die Piloten auf dem Flug vor JT610 zwar die Checkliste für nicht-funktionierende Anstellwinkel-Sensoren (angle of attack sensors) durchgegangen sei. Doch es sei nicht klar, ob er das auch in der Dokumentation für die Wartung festgehalten habe. Außerdem, so hielt der Flugzeugbauer schon mehrfach fest, hätte korrektes Durchgehen der Checkliste das Einsetzen des sogenannten Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS deaktiviert. Es soll eigentlich Strömungsabrisse verhindern. Unter bestimmten Umständen versuchen die Max-Jets, die Nase nach unten zu drücken, sobald sie beim Steigflug die Gefahr eines Strömungsabrisses erkennen – oder möglicherweise zu erkennen glauben, wenn Sensoren falsche Werte liefern.

Kritik am Training für 737 Max

Dementsprechend deutlich wird Boeing auch im Statement vom 28. November. Die Ermittler, so der Flugzeugbauer, würden nicht klarstellen, ob die Piloten die Checklisten entsprechend durchgegangen seien und das System deaktiviert hätten. Das MCAS-System ist neu in der Boeing 737 Max und hat nach dem Crash bereits für viel Kritik gesorgt. Boeing hatte bereits ein Bulletin herausgegeben, in dem der Flugzeugbauer Piloten Handlungsvorschläge bei möglichen falschen Sensorangaben lieferte. Die Luftfahrtbehörde FAA wies Airlines an, das in ihre Flight Manuals zu integrieren.

Piloten kritisierten, sie seien nicht genügend über das MCAS informiert worden. Die neue Technik sei nicht genügend in das Training der Piloten von Boeing 737 auf 737 Max integriert worden, beschwerten sich US-Gewerkschaften.  Ein Problem haben die indonesischen Ermittler noch. Der Cockpit-Stimmenrekorder wurde bisher nicht gefunden. Er könnte weitere Aufschlüsse geben, was die Piloten taten , nicht taten und was sie sich dabei überlegten.

Mehr zum Thema

Taucher an der Unglücksstelle von Flug JT610: Sie halten weiterhin nach der zweiten Black Box Ausschau

Boeing 737 Max von Lion Air war «nicht flugtauglich»

Boeing 737 Max von American Airlines: Die Piloten warnten früh.

Boeing-Chef wehrt sich gegen 737-Max-Vorwürfe

ticker-boeing-1

Boeing startet mit 46 Auslieferungen und netto 112 Bestellungen ins Jahr

Nordlichter begleiteten Flug TOM950P.

In einer Boeing 737 Max 8 von Tui über den Atlantik

Video

Airbus A350 von Finnair: Bald eigen Musik an Bord.
Die veränderte Kundenstruktur bringt eine stärkere Markenpositionierung als finnische Airline. Komponist Lari Porra schuf für Finnair eine Klangwelt, die finnische Landschaften und das Reisegefühl musikalisch erlebbar machen soll. So klingt sie.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
pab wingair fujairah airbus a320 neo acj
Bei Airbus in Toulouse ist ein frisch produzierter A320 Neo zu erspähen, dessen Lackierung deutlich macht: Er wird in die Vereinigten Arabischen Emirate gehen. Allerdings nicht zu einer Airline.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a380 qantas sao paolo
Ein Airbus A380 der australischen Airline hat einen Flug nach Brasilien absolviert, der nicht zum Linienflugprogramm von Qantas gehört. Das sorgte für zwei Premieren. Nun gibt es Gerüchte, dass ein Superstar den Superjumbo gemietet haben soll.
Timo Nowack
Timo Nowack