Brief der FAASicherheitswarnung wegen vieler Beinahe-Katastrophen in den USA

Sechs Mal kam es dieses Jahr in den USA bereits zu schweren Zwischenfällen, die zum Glück glimpflich ausgingen. Die Luftfahrtbehörde spricht jetzt Klartext.

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Die Häufung ist auffällig. Seit Januar kam es in den USA auf Start- und Landebahnen von Flughäfen zu sechs schweren Zwischenfällen, die in Katastrophen hätten enden können. So entgingen etwa Jets von Fedex Express und Southwest in Austin sowie von Delta und American in New York nur knapp Kollisionen.

Alles ging glimpflich aus, doch die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA ist besorgt. Sie hat eine Sicherheitswarnung an Fluggesellschaften herausgegeben und sie aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, nachdem eine Reihe von «bemerkenswerten und gut sichtbaren Ereignissen» in den letzten Monaten das Vertrauen in die Sicherheit der Luftfahrtindustrie erschüttert habe.

Gesamtzahlen niedrig, Schwere hoch

«Während die Gesamtzahlen keinen Anstieg der Vorfälle und Vorkommnisse widerspiegeln, ist die potenzielle Schwere dieser Ereignisse besorgniserregend», heißt es von der FAA. Daher müssten die Airlines und andere Akteure der Branche nun handeln, um weitere Zwischenfälle zu verhindern.

Die Warnung folgt, nachdem die FAA vergangene Woche einen Sicherheitsgipfel in Washington veranstaltet hatte. Die Tagung begann mit einem öffentlichen Forum und wurde mit Workshops unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt, an denen Fachleute aus der gesamten Branche teilnahmen.

«Die Wachsamkeit kann nie einen Tag Pause machen»

«Wenn Sie sich als Sicherheitsexperte wohl fühlen, bedeutet das wahrscheinlich, dass Sie etwas übersehen haben», sagte der amtierende FAA-Chef Billy Nolen während der öffentlichen Sitzung laut der Zeitung USA Today. «Es steht außer Frage, dass die Luftfahrt erstaunlich sicher ist, aber die Wachsamkeit kann nie einen Tag Pause machen.»

Die Empfehlungen, die aus dem Gipfel hervorgingen, zielen vor allem auf das Verhalten der Crews ab. Airlines sollen demnach sicherstellen, dass Cockpit- und Kabinenbesatzungen das gleiche Verständnis davon haben, wie wichtige es ist, in essentiellen Phasen des Flugbetriebs nicht abgelenkt zu sein. Alle andere Kommunikation sei nicht gestattet und das müsse allen klar sein.

Personal muss sich sicher fühlen, Fehler zu melden

Man müsse außerdem betonen, wie wichtig es sei, das Flugzeug im Verhältnis zu den Rollwegen, Start- und Landebahnen und anderen Flugzeugen im Auge zu behalten, und Mitarbeiter auffordern, auf frühe Sicherheitswarnungen prompt zu reagieren.

Zudem mahnt die FAA nochmals an, die Just Culture zu leben. Also das Personal zu ermutigen, bestehende und neu auftretende Sicherheitsprobleme durch freiwillige Meldeprogramme zu identifizieren und zu melden. Diese Systeme müssten viel Aufmerksamkeit erhalten. Außerdem sollten Airlines Schritt halten mit den rasanten Veränderungen in der Branche.

Hohe Fluktuation

Der letzte Punkt ist in den USA zentral. Denn die Fluktuation unter Cockpitcrews, Lotsinnen und Lotsen und anderen sicherheitskritischen Luftfahrtfachleuten ist hoch und die Schulung neuer Mitarbeitender braucht viel Zeit.

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