Boeing 787 von Qantas: Auf einer Ultra-Langstrecke gab es Probleme.

Flug London - PerthZu viel Gegenwind - Boeing 787 von Qantas aus Europa muss an Provinzflughafen landen

Eigentlich sollte der Flug nonstop von London nach Perth führen. Doch starke Gegenwinde machten Qantas einen Strich durch die Rechnung. Die Boeing 787 musste unterwegs einen seltenen Tankstopp an einem kleinen Regionalflughafen einlegen.

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Am Flughafen Karratha sind Langstreckenflugzeuge normalerweise nicht zu sehen. Der Airport im Westen Australiens zwischen dem trockenen Outback und dem türkisblauen Indischen Ozean dient vor allem der Bergbauindustrie der Pilbara-Region. Umso überraschender war der Besuch einer Boeing 787 von Qantas, die dort am Dienstag (23. Juni) einen ungeplanten Zwischenstopp einlegte. Eigentlich war sie aus London nonstop nach Perth unterwegs.

Flug QF10 gehört zu den längsten Nonstopverbindungen der Welt. Mehr als 17 Stunden dauert die Reise von London nach Perth normalerweise. Seit ihrer Einführung gilt die Strecke als Aushängeschild von Qantas und als Vorgeschmack auf das künftige Project Sunrise, mit dem die australische Fluggesellschaft noch längere Direktverbindungen nach Europa und Nordamerika anbieten will. Doch diesmal lief nicht alles nach Plan.

Starke Gegenwinde erschwerten die Reise der Boeing 787 von Qantas

Wie Qantas australischen Medien bestätigte, sorgten stärkere Gegenwinde als erwartet dafür, dass der Treibstoffverbrauch der Boeing 787 mit dem Kennzeichen VH-ZNA höher ausfiel als ursprünglich berechnet. Gleichzeitig veränderten sich die Wetterbedingungen entlang der Route. Die Besatzung entschied deshalb, vor dem letzten Abschnitt nach Perth vorsorglich zusätzlichen Treibstoff aufzunehmen. Nach mehr als 16 Stunden Flugzeit landete die Boeing 787 in Karratha statt wie vorgesehen direkt in Perth.

Der ungeplante Stopp zum Auftanken dauerte rund eine Stunde. Anschließend setzte der Dreamliner von Qantas seine Reise fort und erreichte Perth später am Nachmittag. Karratha liegt rund 1500 Kilometer nördlich von Perth und ist vor allem als Drehscheibe für die Rohstoffindustrie bekannt. Linienflüge verbinden die Stadt vor allem mit anderen Zielen innerhalb Australiens.

Erst gerade bekam Karratha die Genehmigung für solche Landungen

Dass die Boeing 787 überhaupt in Karratha - die Stadt zählt gerade mal 15.000 Einwohnerinnen und Einwohner - landen konnte, hat auch mit einer jüngsten Entwicklung zu tun. Erst vor wenigen Wochen erhielt der Flughafen die Genehmigung, größere internationale Flugzeuge abzufertigen. Zudem wurde er offiziell als internationaler Ausweichflughafen eingestuft. Die neue Rolle sollte die Luftfahrtinfrastruktur in Westaustralien stärken. Dass sich diese Fähigkeit so schnell in der Praxis bewähren würde, dürfte allerdings kaum jemand erwartet haben.

Der Vorfall zeigt zugleich, wie anspruchsvoll Ultra-Langstreckenflüge bleiben. Auch moderne Flugzeuge wie die Boeing 787 werden von Wetterphänomenen beeinflusst. Starke Gegenwinde können den Treibstoffverbrauch deutlich erhöhen und selbst auf sorgfältig geplanten Flügen Anpassungen erforderlich machen. Solche Entscheidungen gelten in der Branche als normale Vorsichtsmaßnahme, um die vorgeschriebenen Treibstoffreserven jederzeit einzuhalten.

Qantas will mit Airbus A350-1000 ULR noch weiter fliegen

Mit Blick auf die Zukunft dürfte das Thema noch wichtiger werden. Qantas arbeitet derzeit an Project Sunrise. Mit speziell ausgestatteten Airbus A350-1000 ULR sollen künftig Nonstop-Flüge von Sydney nach London und New York möglich werden. Die Reisezeiten werden dann noch einmal deutlich länger sein als auf der heutigen Verbindung zwischen London und Perth. Allerdings verfügen die A350-1000 ULR auch über eine deutlich höhere Reichweite.

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