Laut der Ermittlungsbehörde NTSB hätte es so weit nicht kommen müssen. «Das war zu 100 Prozent vermeidbar», sagte Behördenchefin Jennifer Homendy dazu bei einer öffentlichen Sitzung. Doch immer noch kommt es in den Vereinigten Staaten immer wieder zu gefährlichen Situationen. Dieser Tage näherten sich zwei Boeing 737 von Southwest Airlines in Nashville bis auf 150 Meter. Passiert ist nichts, weil das Kollisionswarnungssystem TCAS Schlimmeres verhinderte.
Auch dieses Mal verhinderte das TCAS Schlimmeres
Auch in New York gibt es wiederholt Probleme. Erst kürzlich kollidierte eine Bombardier CRJ 900 von Air Canada am Flughafen LaGuardia mit einem Feuerwehrauto, das fälschlicherweise die Piste überquert hatte. Beide Piloten kamen ums Leben. Und nun hat ein weiterer Zwischenfall die Behörden alarmiert. Und wieder war das TCAS involviert.
Beteiligt waren Flug AA4464 von American Airlines sowie Flug QK554 von Air Canada Jazz. Sie waren für parallele Landebahnen des Flughafens New York-JFK freigegeben, auf den Pisten 31L und 31R. Doch die Embraer E175 wich von seiner vorgesehenen Anflugroute ab und geriet in die Flugbahn der anderen Embraer E175.
Die beiden Embraer E175 konnten noch ausweichen
Wie angespannt die Lage war, zeigen die Funksprüche. «Sie fliegen in den Anflugkurs der Piste 31 links. Korrigieren Sie sofort», warnte ein Fluglotse die Crew. Gleichzeitig erhielt die andere Maschine die Anweisung: «Jazz 554, steigen Sie auf 3000 Fuß und halten Sie diese Höhe.» Kurz darauf meldete die Besatzung selbst «TCAS RA». Das Kollisionswarnsystem im Cockpit hatte also bereits angeschlagen.
Die beiden Embraer E175 näherten sich laut Flugdaten bis auf etwa 800 Meter in der Horizontalen und rund 100 Meter in der Vertikalen. Die Besatzung des Flugs von American Airlines leitete schließlich ein Durchstartmanöver ein. Beide Jets drehten Warteschleifen und konnten anschließend sicher landen. Verletzte gab es keine. Der Vorfall wird nun von der Luftfahrtbehörde der USA untersucht.
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