Boeing 737 von Southwest: Ein Flugzeug musste durchstarten, eins startete gerade.

Beinahe-Kollision in NashvilleZwei Boeing 737 von Southwest nähern sich auf rund 150 Meter an

Schon wieder kam es in den USA zu einer Beinahe-Kollision. Dieses Mal verhinderte nur das Warnsystem im Cockpit TCAS, dass zwei Boeing 737 von Southwest Airlines zusammenstießen.

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Ob 150 Meter eine große oder eine kleine Distanz sind, entscheidet oft die konkrete Situation. Am Himmel über dem Flughafen Nashville waren am Samstag (18. April) 150 Meter extrem nah - und vor allem auch gefährlich. Zwei Boeing 737 von Southwest Airlines näherten sich im Anflug- und Startbereich bis auf diese Entfernung an.

Der Vorfall ereignete sich gegen 17:45 Uhr. Eine Boeing 737 Max 8 mit dem Kennzeichen N8904L auf Flug WN507 aus Myrtle Beach befand sich im Landeanflug, als die Crew wegen böiger Winde ein vorsorgliches Durchstartmanöver einleitete. Das Flugzeug stieg wieder auf rund 2000 Fuß oder rund 610 Meter und erhielt von der Flugsicherung die Anweisung, nach rechts abzudrehen.

Beide Boeing 737 kamen sich gefährlich nah

Zur gleichen Zeit startete ein weiterer Southwest-Flug, WN1152 nach Knoxville, von einer benachbarten Piste aus. Die Boeing 737-700 trug das Kennzeichen N441WN. Beide Flugzeuge bewegten sich anschließend in nordöstliche Richtung. Nach Auswertung von Flugdaten führte genau diese Kombination aus Manöver und Anweisung dazu, dass sich die beiden Jets so gefährlich nahe kamen.

Entscheidend war in diesem Moment offenbar das Kollisionswarnsystem TCAS. Es gilt als letzte Sicherheitsinstanz im Cockpit und arbeitet unabhängig von der Flugsicherung am Boden. Sobald das System eine potenzielle Kollision erkennt, warnt es die Pilotinnen und Piloten akustisch und gibt klare Ausweichanweisungen. In diesem Fall dürfte es maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sich die Flugzeuge rechtzeitig wieder voneinander entfernten.

Southwest Airlines bestätigte den Vorfall

Beide Flüge konnten anschließend fortgesetzt werden. Die aus Myrtle Beach kommende Boeing 737 landete nach dem Durchstarten im zweiten Anlauf sicher in Nashville. Der Flug nach Knoxville setzte seinen Steigflug fort und erreichte das Ziel wie geplant. Verletzte gab es keine. Vermutlich waren wegen der Flugphasen auch alle Insassen angeschnallt.

Southwest Airlines bestätigte den Vorfall und betonte die Professionalität der Besatzungen. Gleichzeitig arbeitet die Airline mit den Behörden an der Aufklärung. Im Fokus steht dabei auch die Rolle der Flugsicherung, die offenbar Anweisungen gab, die beide Flugzeuge auf Kollisionskurs brachten.

Immer wieder Zwischenfälle in den USA

In den USA kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Beinahe-Kollisionen - und leider auch zu fatalen Unfällen. Oft spielte eine chronisch unterbesetzte und überlastete Flugsicherung eine Rolle dabei. Der schlimmste Unfall ereignete sich, als eine Bombardier CRJ 700 von American Airlines und ein Black-Hawk-Militärhubschrauber in Washington in der Luft zusammenstießen und alle Menschen an Bord ums Leben kamen.

Im März kamen beide Piloten einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada ums Leben, weil ihr Flugzeug bei der Landung mit einem Feuerwehrauto zusammenstieß, das fälschlicherweise die Piste überquert hatte.

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