Airbus A350 beim Start: Wenn es am Flughafen sauberer wird, ist er attraktiver für Insekten.

Verstopfte GeräteSauberere Flugzeuge bergen auch ein Risiko

Wespen sorgten in London im vergangenen Sommer für Startabbrüche. Die Ermittler warnen nun: Ausgerechnet eines der wichtigsten Ziele der Luftfahrt könnte das Risiko solcher Zwischenfälle erhöhen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Eine solche Häufung hatte man am Londoner Flughafen Heathrow noch nicht gesehen: Acht Flugzeuge wurden im vergangenen Sommer zum Zuhause von Insekten. Wespen bauten ihre Nester teilweise in wichtige Geräte. Das führte zu zwei Startabbrüchen und einem Zwischenfall auf einem Flug.

Inzwischen ist es keine absolute Seltenheit mehr, dass Insekten sich in Flugzeugen einnisten. Nach einer langen coronabedingten Standzeit etwa musste vor etwas mehr als einem Jahr ein Airbus A321 von Wizz Air den Start abbrechen, weil Insektenlarven die Geschwindigkeitsmessung lahmgelegt hatten.

Nicht nur lange Parkzeiten erhöhen Risiko

Kurz vorher hatte die europäische Luftfahrtbehörde Easa eine Sicherheitswarnung mit Blick auf die Wiederinbetriebnahme von Fliegern herausgegeben, die in der Corona-Krise lange geparkt waren. Darin hieß es, es gebe beim ersten Flug nach der Pause einen «alarmierenden Trend» zu falschen Geschwindigkeits- und Höhenangaben und infolgedessen Startabbrüchen. Grund seien in den meisten Fällen Fremdkörper in den Pitotsonden, wie zum Beispiel Insektennester, teilweise selbst bei der Verwendung von Abdeckungen, so die Easa.

Doch nicht nur lange Parkzeiten sind ein Risiko für Insektenbefall. Die britische Untersuchungsbehörde Air Accident Investigation Branch AAIB erklärte im Bericht zu den Vorfällen in London-Heathrow, sie sollten eine Mahnung sein, dass «die Reaktion der Umwelt auf Veränderungen im menschlichen Verhalten unvorhersehbar sein und unvorhergesehene Folgen haben kann». Sie geht davon aus, dass ausgerechnet die Tatsache, dass die Luftfahrt versucht, umweltfreundlicher zu werden, zu mehr solchen Vorfällen führen könnte.

Leisere Flughäfen sind attraktiver für Insekten

Weniger Flugbewegungen, weniger Straßenverkehr in der Umgebung des Flughafens und eine allgemeine Verringerung der menschlichen Aktivitäten führten zu einem Rückgang der Stickstoffdioxidwerte, aber zu einem Anstieg des bodennahen Ozons. Letzteres wiederum ist ein Luftschadstoff, der Wespen und Bienen dazu veranlassen kann, weiter als normal zu fliegen - und alternative Nester zu finden.

Die Bemühungen um eine umweltfreundlichere Luftfahrt mit dem Bau leiserer, saubererer Flugzeuge und weniger verschmutzender Flughäfen würde «die Art von Umgebungen bieten, die für Insekten wie Bienen und Wespen attraktiv sind», heißt es weiter. Das AAIB erklärte, Fluggesellschaften müssten umso dringender ihre Crews im Training auf mögliche Probleme durch Insektenbefall vorbereiten.

Crews sollen sich des Risikos bewusst sein

Bei jedem Flug solle bei Vorbereitung und Start die Möglichkeit, dass es wegen Insekten zu Problemen kann, im Hinterkopf sein. Flughäfen sollten laut dem Bericht über weitere Maßnahmen nachdenken, wie man Insekten von den Flugzeugen fernhalten kann.

Mehr zum Thema

Wespennest am British-Airways-Flieger: Der Befall führt zu falschen Rückmeldungen der Instrumente.

Wespen sorgten für diverse Startabbrüche von Airbus- und Boeing-Jets

Airbus A330 von Etihad ohne die Abdeckung: Neu müssen Airlines am Airport Brisbane die nahe dem Fahrwerk angebrachte Pitot-Sonde abdecken.

A330 musste wegen Wespennest notlanden

Biene: Kleines Tier mit großer Wirkung.

Eine Biene stoppt Flugzeug von Flybe

Airbus A350-1000 bei der Farnborough Airshow: Bisher noch die längste Version des A350.

Airbus prüft zweite A350-Produktionslinie - und will bald über A350-2000 entscheiden

Video

Embraer E195-E2 von Azul: Das Flugzeug hebt erst kurz vor dem Ende der Piste ab.
Eine Embraer E195-E2 von Azul hat in São-Paulo-Congonhas fast die gesamte Startbahn gebraucht. Es ist nicht der erste brenzlige Moment an dem Ort am Stadtflughafen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil