Das Problem sollte eigentlich bereits behoben sein. Nach einer gefährlichen Annäherung zwischen dem US-Präsidentenhubschraubers Marine One und einem Regionaljet Anfang August änderte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA die Kommunikationsabläufe und ließ sogar eine Antenne versetzen. Doch am Donnerstag (27. August) konnte der Tower am Flughafen Ronald Reagan National Airport den Präsidentenhubschrauber erneut zunächst nicht verstehen. Inzwischen gibt es eine mögliche Erklärung dafür, warum die Funkverbindung ausgerechnet bei Marine One Schwierigkeiten bereitet.
Wieder wollte die Besatzung diese Woche vor dem Abflug wichtige Hinweise übermitteln. Doch der Lotse hörte Marine One zunächst nicht. Andere Hubschrauber halfen in einer Art Stille-Post-Spiel dabei, die Information weiterzugeben. Wenig später kam der direkte Funkkontakt zustande, der übrige Verkehr wurde rechtzeitig angehalten und Marine One startete ohne Zwischenfall.
Trumps Ballsaal-Bau wurde zum Problem
Der Grund für die Schwierigkeiten könnte ausgerechnet auf dem Gelände des Weißen Hauses liegen. Wegen der Bauarbeiten für einen neuen Ballsaal kann der Hubschrauber des US-Präsidenten derzeit nämlich nicht wie üblich vom Südrasen (South Lawn) starten. Der Abflugort wurde vorübergehend auf die Ellipse verlegt, den Park südlich des Weißen Hauses.
Wie die Zeitung New York Times unter Berufung auf den vorläufigen Bericht des National Transportation Safety Board NTSB berichtet, stellten Techniker fest, dass dort keine ausreichende freie beziehungsweise zuverlässige Funkverbindung zwischen den betreffenden Punkten bestand, um eine sichere Kommunikation zu gewährleisten. Vor dem Zwischenfall waren keine Probleme mit der Funkfrequenz bekannt.
Embraer E170 von Envoy Air bekam fälschlicherweise Starterlaubnis
Stattdessen gab der Lotse einer Embraer E170 von Envoy Air die Starterlaubnis. Der Regionaljet war als American-Eagle-Flug AA3742 nach Pensacola unterwegs und befand sich bereits im Steigflug, als Marine One ebenfalls abhob. Die beiden Luftfahrzeuge kamen sich auf weniger als eine Meile nahe. Das Weiße Haus erklärte später, Präsident Donald Trump sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.
Probleme bei Kommunikation sind noch nicht behoben
Die FAA reagierte auf den Vorfall mit veränderten Kommunikationsabläufen und versetzte eine Antenne. Dass der Tower Marine One am Donnerstag dennoch erneut zunächst nicht verstehen konnte und andere Hubschrauber bei der Verständigung halfen, zeigt, dass es weiterhin Schwierigkeiten bei der Kommunikation vom vorübergehenden Abflugort gibt. Die Untersuchung des NTSB läuft noch, die bisherigen Erkenntnisse sind vorläufig.
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