Marine One auf der Ellipse: Wegen der Bauarbeiten von hier unterwegs.

Beinahe-KollisionNeuer Ballsaal am Weißen Haus könnte Grund für Zwischenfall mit Trumps Helikopter und Embraer E170 sein

Ein Präsidentenhubschrauber, ein startender Regionaljet und Funksprüche, die im Tower nicht ankamen: Marine One und eine Embraer E170 kamen sich in Washington gefährlich nahe. Nun zeigt der vorläufige Untersuchungsbericht, warum die Kommunikation versagt haben könnte.

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Das Problem sollte eigentlich bereits behoben sein. Nach einer gefährlichen Annäherung zwischen dem US-Präsidentenhubschraubers Marine One und einem Regionaljet Anfang August änderte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA die Kommunikationsabläufe und ließ sogar eine Antenne versetzen. Doch am Donnerstag (27. August) konnte der Tower am Flughafen Ronald Reagan National Airport den Präsidentenhubschrauber erneut zunächst nicht verstehen. Inzwischen gibt es eine mögliche Erklärung dafür, warum die Funkverbindung ausgerechnet bei Marine One Schwierigkeiten bereitet.

Wieder wollte die Besatzung diese Woche vor dem Abflug wichtige Hinweise übermitteln. Doch der Lotse hörte Marine One zunächst nicht. Andere Hubschrauber halfen in einer Art Stille-Post-Spiel dabei, die Information weiterzugeben. Wenig später kam der direkte Funkkontakt zustande, der übrige Verkehr wurde rechtzeitig angehalten und Marine One startete ohne Zwischenfall.

Trumps Ballsaal-Bau wurde zum Problem

Der Grund für die Schwierigkeiten könnte ausgerechnet auf dem Gelände des Weißen Hauses liegen. Wegen der Bauarbeiten für einen neuen Ballsaal kann der Hubschrauber des US-Präsidenten derzeit nämlich nicht wie üblich vom Südrasen (South Lawn) starten. Der Abflugort wurde vorübergehend auf die Ellipse verlegt, den Park südlich des Weißen Hauses.

Wie die Zeitung New York Times unter Berufung auf den vorläufigen Bericht des National Transportation Safety Board NTSB berichtet, stellten Techniker fest, dass dort keine ausreichende freie beziehungsweise zuverlässige Funkverbindung zwischen den betreffenden Punkten bestand, um eine sichere Kommunikation zu gewährleisten. Vor dem Zwischenfall waren keine Probleme mit der Funkfrequenz bekannt.

Embraer E170 von Envoy Air bekam fälschlicherweise Starterlaubnis

Genau diese Verbindung hatte offenbar am 4. August Schwierigkeiten gemacht. Die Besatzung von Marine One versuchte mehrfach, den Tower über den bevorstehenden Start zu informieren. Die Funksprüche kamen jedoch verstümmelt an und wurden vom zuständigen Lotsen nicht verstanden. Damit fehlte ihm eine wichtige Information: Wenn Marine One den Bereich durchfliegt, soll der übrige Verkehr am Flughafen vorübergehend am Boden bleiben.

Stattdessen gab der Lotse einer Embraer E170 von Envoy Air die Starterlaubnis. Der Regionaljet war als American-Eagle-Flug AA3742 nach Pensacola unterwegs und befand sich bereits im Steigflug, als Marine One ebenfalls abhob. Die beiden Luftfahrzeuge kamen sich auf weniger als eine Meile nahe. Das Weiße Haus erklärte später, Präsident Donald Trump sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

Probleme bei Kommunikation sind noch nicht behoben

Die FAA reagierte auf den Vorfall mit veränderten Kommunikationsabläufen und versetzte eine Antenne. Dass der Tower Marine One am Donnerstag dennoch erneut zunächst nicht verstehen konnte und andere Hubschrauber bei der Verständigung halfen, zeigt, dass es weiterhin Schwierigkeiten bei der Kommunikation vom vorübergehenden Abflugort gibt. Die Untersuchung des NTSB läuft noch, die bisherigen Erkenntnisse sind vorläufig.

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