Donald Trump hatte seinen Anhängerinnen und Anhängern im Wahlkampf versprochen, jährlich eine Million illegal eingewanderte Menschen abzuschieben. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der US-Präsident die Mittel für die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) massiv aufgestockt: Das Jahresbudget für Abschiebungen stieg von 9,5 Milliarden auf 30 Milliarden Dollar.
Ende des vergangenen Jahres hatte die damalige Heimatschutzministerin Kristi Noem den Aufbau einer eigenen ICE-Airline angekündigt. Ausgestattet mit 140 Millionen Dollar sollte Noem sechs Boeing 737 kaufen. Später wurde bekannt, dass die Flotte auch zwei Gulfstream G650 umfassen soll. Noem wurde inzwischen entlassen. Ihr Nachfolger Markwayne Mullin treibt das ICE-Air-Konzept weiter voran, wie aus Dokumenten der Bundesbehörde hervorgeht.
Ministerium sucht Betreiber für ICE Air
Zwar bleibt es dabei, dass der Staat sechs bis sieben Boeing 737-700 und zwei Gulfstream G550 (C-37B) für ICE Air erwerben wird, um Abschiebeflüge, freiwillige Rückführungen, Hochrisiko-Charterflüge sowie den Transport von Personal, darunter hochrangige Führungskräfte des Heimatschutzministeriums, durchzuführen. Doch neu ist, dass die Heimatschutzbehörde die Flugzeuge selbst nicht betreiben will.
Laut Informationen des Portals One Mile at a Time sucht das Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security) nach Auftragnehmern für die Durchführung der Flüge. Die Idee ist, dass diese Auftragnehmer die Besatzungen, einschließlich Piloten und Flugbegleiter, sowie Sicherheits- und medizinisches Personal stellen. Das Ministerium erklärt, dass die Steuerzahlenden so weiter hunderte Millionen Dollar sparen können.
Start im Sommer 2027
Es wird auch erstmals ein Startdatum genannt: Dem Dokument zufolge soll ICE Air voraussichtlich am 28. Juli 2027 den Betrieb aufnehmen. Zudem ist noch offen, ob ICE Air an einem einzigen Flughafen stationiert wird oder ob die Flotte auf mehrere Flughäfen verteilt werden soll. Derzeit prüft das Ministerium unter anderem, ein Hub-and-Spoke-Modell aufzusetzen, wie es auch von großen Airlines genutzt wird. ICE Air soll an 365 Tagen im Jahr fliegen.
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