Letzte Aktualisierung: um 13:15 Uhr

Schweizer Regionalairline

Saab, Rolls-Royce und Eastern Airways verlieren Geld bei Skywork-Pleite

2018 stellte die Schweizer Regionalairline ihren Betrieb ein. Jetzt wurde das Insolvenzverfahren abgeschlossen - viele Gläubiger gehen fast leer aus. Wer wie viel verliert.

Flug SX0207 aus Hamburg landete um 22:19 Uhr am Flughafen Bern. Es war der letzte des Tages und der letzte überhaupt. Am 29. August 2018 stellte Skywork Airlines den Betrieb ein und meldete Insolvenz an. Zuvor hatte die Schweizer Regionalairline noch mit der deutschen Zeitfracht-Gruppe über eine Übernahme verhandelt.

Nach fünf Jahren ist jetzt klar, dass die meisten Gläubiger von Skywork kein Geld mehr bekommen. Dies zeigt der Schlussbericht der Insolvenzverwalter. Nur 3,7 Millionen Franken (rund 3,9 Millionen Euro) konnten sie durch den Verkauf von Aktiva einnehmen. Das reicht bei Weitem nicht, um alle Schulden zu bezahlen. Dies berichtet die Zeitung Der Bund.

Illustre Namen aus der Luftfahrtbranche

Die Gläubiger erster und zweiter Klasse (Angestellte und Sozialversicherungen) bekommen gemäß dem Bericht der Verwalter zwar 100 Prozent ihrer Forderungen bezahlt. Alle anderen müssen sich aber mit nur 11,5 Prozent begnügen. Rund sechs Millionen an Forderungen bleiben gemäß Bund ungedeckt.

Gemäß dem Bericht gibt es unter den Gläubigern einige in der Branche bekannte Namen. So muss der Flughafen Bern – die Basis von Skywork – sich 1,3 Millionen Franken ans Bein streichen. Der schwedische Flugzeughersteller Saab hat einen Verlust von 430.000 Franken zu beklagen, die europäische Flugsicherung Eurocontrol muss 400.000 Franken abschreiben, Motorenbauer Rolls-Royce verliert 310.000 Franken und die britische Regionalairline Eastern Airways muss auf 260.000 Franken verzichten.

Geldprobleme als Konstante

Geldprobleme hatte Skywork seit Anbeginn. Nach einer waghalsigen Expansion in den Jahren 2011 bis 2015 stand die Fluggesellschaft bereits einmal unter verschärfter Aufsicht der Behörden und knapp vor der Insolvenz. Damals wurden 70 Millionen Franken verbrannt.

Mit neuen Aktionären und neuem Management versuchte sie 2015 den Neustart. Es gelang zunächst, den Betrieb zu stabilisieren und die Verluste zu reduzieren. Der Aufbau einer Basis in Basel und eine neue Partnerschaft mit KLM sollten Skywork zudem neue Kunden und Einnahmen bringen. Doch der Plan ging finanziell nicht auf. Die Folge war 2018 die Insolvenz.