Russisch-chinesischer LangstreckenjetRussland will sich bei der Craic CR929 zurückziehen

Ganz ohne westliche Teile wird auch der neue Langstreckenjet nicht auskommen. Das gefällt den Russen gar nicht und könnte zu einem Alleingang von China bei der CR929 führen.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Der Haussegen hängt schon seit einer Weile schief. Eigentlich sollte der Langstreckenjet Craic CR929 eine chinesisch-russische Gemeinschaftsproduktion werden. Die beiden nationalen Flugzeughersteller Commercial Aircraft Corporation of China Comac und United Aircraft Corporation of Russia UAC wollten den Flieger im nächsten Jahrzehnt auf den Markt bringen - als Alternative zum Airbus A350 und zur Boeing 787.

Sie gründeten dazu bereits ein Joint Venture. Die China-Russia Commercial Aircraft International Corporation oder kurz Craic hat ihren Sitz ist Shanghai. Die Entwicklungsarbeiten hat sie schon vor Jahren begonnen. 2021 wurde der Bau des ersten Prototyps angekündigt. Doch der Angriff Russlands auf die Ukraine hat alles verändert.

Vom Partner zum Zulieferer

Denn Russlands Haltung gegenüber dem Westen ist deutlich feindseliger als früher.  Die Russen waren deshalb verärgert, dass China westliche Unternehmen einladen will, sich an dem 50-Milliarden-Dollar-Projekt zu beteiligen. Daraus ziehen sie nun offenbar Konsequenzen.

Handelsminister Denis Manturov erklärte laut der Nachrichtenagentur Tass, es sei gut möglich, dass man beschließe, «von einem Partner in diesem Projekt zu einem Lieferanten von Einheiten und Komponenten zu werden». Angesichts der aktuellen Situation, in der immer noch westliche Hersteller als Zulieferer eingeplant seien, sei das der einzige gangbare Weg.

Drei geplante Varianten

Die beiden Firmen UAC und Comac arbeiten im Rahmen von Craic bereits seit 2017 bei der Entwicklung des neuen Langstreckenflugzeugs CR929 mit 280 Sitzplätzen zusammen. Was daraus wird, wenn die Russen sich zurückziehen, ist nicht klar.

Die CR929 ist eigentlich in drei Varianten geplant. Die CR929-600 Basisversion wird zuerst auf den Markt kommen und soll in drei Klassen bis zu 280 Passagiere bis zu 12.000 Kilometer weit befördern können. Die kleineren und größeren Versionen CR929-500 und CR929-700 sind für später geplant. Das neue Modell basiert auf den von den Ländern früher eigenständig vorangetriebenen Projekten C929 (China) und SHFDMS (Russland).

Wer bekommt welche Erträge?

Beim Start des Programms wurde davon ausgegangen, dass die CR929 ihren Erstflug 2023 absolvieren und die Auslieferung zwischen 2025 und 2027 beginnen würden. Im August 2022 bestätigte UAC-Chef Juri Slyusar, dass das Programm aufgrund der westlichen Sanktionen gegen Russland und der durch die Covid-19-Pandemie bedingten Veränderungen auf dem globalen Luftverkehrsmarkt überarbeitet werden müsse. Das Erstflugdatum wurde auf 2030 verschoben.

Uneins waren sich die beiden Länder nicht nur darüber und über die westlichen Zulieferer, sondern auch über die Gewinne aus potenziellen Verkäufen. Wie die Zeitung South China Morning Post kürzlich unter Berufung auf Insider schrieb, will China die Erträge aus den Verkäufen im eigenen Land ganz für sich. Russland solle dafür Anrecht auf 70 Prozent der Erlöse im Rest der Welt haben.

Sanktionen erschweren Situation

China dürfte zumindest zu Beginn der mit Abstand wichtigste Markt für die CR929 werden, da es in von Airbus und Boeing dominierten Regionen schwierig sein dürfte, neue Kunden zu finden. Viele Fluggesellschaften haben erst gerade ihre Langstreckenflotten mit Modellen der beiden großen Hersteller erneuert. Und sie werden nicht bereit sein, ein neues Modell aus China zu kaufen.

Die Sanktionen gegen Russland erschweren das Ganze zusätzlich. China könnte daher auch daran gelegen sein, den russischen partner auszukaufen.

Mehr zum Thema

CR929 wird wohl größer als Airbus A330-900

CR929 wird wohl größer als Airbus A330-900

Modell einer CR929 im Windtunnel: Zwischen 2025 und 2027 auf dem Markt.

CR929 soll erster großer Flieger mit einem Piloten werden

Ein Modell zeigt den geplanten Langstreckenflieger.

Erste Eindrücke der Kabine der C929

ticker-russland

Russland will Zugang von Airlines zu internationalen Strecken verschärfen

Video

regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick auf die Unglücksstelle: Die Boeing 767 F rutschte weit über die Piste hinaus.
Der Stimmenrekorder der in Miami verunglückten Boeing 767 F liefert erstmals Einblicke in die entscheidenden Minuten im Cockpit. Einer der Piloten des Fluges von Amazon Air warnte wiederholt vor dem hohen Tempo, automatische Systeme schlugen mehrfach Alarm.
Laura Frommberg
Laura Frommberg