Superjet 100 auf einem Showflug: Bald eine grosse Schwester?

Russland plant Superjet 130

Der Erfolg mit dem Superjet 100 spornt den Flugzeugbauer Sukhoi an. Nun will er eine Langversion bauen. Und ärgert so Boeing.

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Erst vier Stück seines Regionalfliegers lieferte Sukhoi bislang aus. Die Erfahrungen der Erstbesteller Armavia aus Armenien und Aeroflot sind aber durchwegs positiv. Die russische Fluggesellschaft setzt den Superjet 100 deshalb inzwischen bereits für Flüge ins nahe Ausland ein. Kürzlich flog die erste Maschine nach Oslo. Und die Auftragsbücher sind voll. Insgesamt kann der Flugzeugbauer aus Moskau bereits auf 170 garantierte Bestellungen für das Modell zählen, das bislang in einer Variante für 75 Passagiere und in einer für 95 Passagiere und mit zwei Reichweiten (bis maximal 4580 Kilometer) angeboten wurde.

Doch nun will Sukhoi mehr. Das Unternehmen plant eine verlängerte Version des Superjet 100, wie die Wirtschaftszeitung Kommersant meldet. Der Superjet 130 soll 130 Passagieren Platz bieten. Er soll jedoch nicht einfach nur länger sein als der Superjet 100, sondern ein «faktisch neues Flugzeug» wie ein Informant aus Unternehmenskreisen dem Blatt erklärte. Die Kosten des neuen Projekts werden auf rund 760 Millionen Euro veranschlagt.

Partner aus Italien

Den Superjet 130 kann Sukhoi indes nicht so bauen, wie jetzt das Modell 100. Es wird gegenwärtig vor allem im Werk in Komsomolsk-am-Amur hergestellt. Doch an der Entwicklung des russischen Fliegers war auch Boeing beteiligt. Und die Amerikaner bedungen sich aus, dass Sukhoi keine Flieger bauen darf, die mehr als 129 Sitzplätze aufweisen. Das Modell 130 müsste deshalb zumindest teilweise anderswo produziert werden. Dazu haben die Russen offenbar bereits Gespräche mit dem italienischen Partner Alenia, einer Tochter des Industriekonzerns Finmeccanica, aufgenommen. Sie ist derzeit mit 25 Prozent an Sukhoi beteiligt. Beim neuen Projekt sollen die Italiener gar 49 Prozent besitzen. Sie sind offenbar dem Plan nicht abgeneigt. Finmeccanica-Chef Guiseppe Orsi erklärte jedenfalls kürzlich, man wolle die Zusammenarbeit mit Sukhoi ausbauen, wie Russland Aktuell meldet.

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