Airbus A350-1000 in den Farben von Qantas: Erst eine Skizze.

Project SunriseQantas zieht Airbus A350 der Boeing 777X vor

Eine Vorentscheidung ist gefallen: Für die Ultralangstreckenflüge von Sydney nach London und New York setzt Qantas auf den Airbus A350-1000. Falls das Project Sunrise tatsächlich umgesetzt wird.

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Nach zwei Testflügen klingt Alan Joyce plötzlich wieder ziemlich zuversichtlich. Die Unterstützung für das Project Sunrise sei im Unternehmen «stärker denn je», so der Chef von Qantas. Dies gelte besonders nach dem Erfolg der beiden Probeläufe mit Nonstop-Flügen von New York und London nach Sydney. Der dritte findet am 17. Dezember statt.

Zudem habe man inzwischen mehr als anderthalb Jahre Erfahrung auf der Strecke Perth - London. Darum wisse man auch, dass das Potenzial für solche Ultralangstrecken existiere, so Joyce. Trotz Optimismus lässt sich Qantas noch etwas Zeit mit der definitiven Entscheidung, ob das Project Sunrise wirklich umgesetzt wird. Im März 2020 werde man sie treffen, sagt der Konzernchef.

Bewährte Kombination von Flugzeug und Triebwerk

Eine Vorentscheidung ist aber inzwischen gefallen. Qantas hat sich nach einer eingehenden Prüfung für den Airbus A350-1000 entschieden, wie die Airline am Freitagmorgen Ortszeit (13. Dezember) bekannt gab. Er sei ein «fantastisches Flugzeug und der Vertrag mit Airbus bietet uns die bestmögliche Kombination aus kommerziellen Bedingungen, Treibstoffeffizienz, Betriebskosten und Kundenzufriedenheit», kommentiert Joyce die Entscheidung.

Und noch einen Grund nennt Qantas für die Wahl des A350. Die Kombination von Flugzeug und Triebwerk habe «sich nach mehr als zwei Jahren im Einsatz bestens bewährt», so Joyce. Das Rolls-Royce Trent XWB habe einen sehr starken Leistungsausweis, was die Zuverlässigkeit angehe. Um die Flüge über mehr als 15.000 Kilometer möglich zu machen, stattet Airbus den A350-1000 mit einem Zusatztank aus und erhöht das maximale Abfluggewicht des Fliegers.

Boeing bei 777X unter Druck

Damit weist Joyce auch darauf hin, weshalb Boeing mit der 777 X nicht bei Qantas landen konnte. Dessen neues Triebwerk vom Typ General Electric GE9X machte zuletzt Ärger. Deshalb verspätete sich der Erstflug auf kommendes Jahr.

Zudem kam es bei einem Belastungstest zu einem Riss im Rumpf. Boeing hat deshalb den Start der für das Project Sunrise in Frage kommenden kleineren Variante der 777X, der 777-8, bereits auf Eis gelegt. Sie wird deshalb kaum bis zur Aufnahme der Qantas-Nonstopflüge von Sydney nach New York und London fertig. Boeing warb darum zuletzt mit einer Übergangslösung. Die gefiel aber der australischen Fluggesellschaft offensichtlich nicht.

Piloten müssen Zugeständnisse machen

Offenbar gibt es noch eine Hürde für Project Sunrise. Die Piloten von Qantas müssen Zugeständnisse machen. Das sei die letzte Effizienzlücke, die man stopfen müsse, so Joyce. Man biete Lohnerhöhungen von drei Prozent und Beförderungschancen. Aber als Gegenleistung fordere man die Flexibilität, dass Project-Sunrise-Piloten sowohl den A350 als auch den A330 fliegen. So könne man die Betriebskosten senken.

Deshalb hat Qantas auch noch keine Order platziert. Wenn man das Projekt umsetze, dann werde man aber bis zu zwölf Exemplare bestellen, so Qantas.

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