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Nepal

Die Problem-Piste von Kathmandu

Die vielen Flüge nach Nepal setzen der Piste des Flughafens Kathmandu zu. Nun musste sie für große Flieger gesperrt werden. Dabei ist das Problem seit Jahren bekannt.

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Piste des Tribhuvan International Airport: Miserabler Zustand.

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Die einzige große Piste des Tribhuvan International Airport muss dringend saniert werden. Mehr als 50 Jahre ist sie inzwischen alt und nur schlecht gewartet. Und deshalb setzen ihr die Landungen von schweren Jets immer mehr zu. Immer wieder tauchen Risse auf, die behelfsmäßig geflickt werden müssen. 2013 verbot Nepal deshalb vorübergehend Langstreckenjets die Landung in Kathmandu.

Doch das Problem wurde bislang nur stümperhaft angegangen. Das rächt sich jetzt. Die rekordhohe Zahl an Starts und Landungen schwerer Flugzeuge wie Boeing 747, Airbus A350 oder Iljuschin Il-76 im Rahmen der Hilfe nach dem schweren Erdbeben in Nepal setzte der Piste des Flughafens Kathmandu besonders stark zu. Drei neue Risse seien aufgetaucht, so die Verantwortlichen. Deshalb sprachen sie nun neuerlich ein Verbot für die Landung schwerer Flugzeuge wie Airbus A330 oder Boeing 777 aus.

Kathmandus Piste inzwischen mehr als altersschwach

Die Lage wird deshalb gerade in der größten Krise des Landes dramatisch. «Wenn wir nicht schnell handeln, riskieren wir, dass der einzige internationale Flughafen des Landes geschlossen werden muss», sagte ein hochrangiger Verantwortlicher des Tribhuvan International Airports der Zeitung Kantipur. Eine Studie eines spanischen Unternehmens zeigte bereits vergangenes Jahr, dass die untere Schicht der Piste inzwischen so schwach und beschädigt ist, das starke Belastungen schnell zu Rissen in der Asphalt-Beschichtung führen.

Die Probleme tauchen seit 2011 regelmäßig auf, vor allem in Zeiten des Monsuns. Damals suchte man eine schnelle Lösung. Ein lokales und ein chinesisches Unternehmen wurden damit beauftragt, die Piste zu sanieren. Wenig später merkte man, dass der neu aufgebrachte Belag zu weich war. Die beiden Firmen hatten auch einen neuen Hubschrauber-Landeplatz gebaut, der nach vier Monaten schon auseinander gefallen war. Eine Untersuchung der Umstände des Baupfusches wurde nie abgeschlossen. Wichtige Dokumente dazu sind verschwunden.

Projekt wurde bereits ausgeschrieben

Die seriöse Sanierung wird nun komplizierter. Sie dauert 19 Monate. Und einen Ausweichflughafen für große Flieger gibt es in Nepal nicht. Doch die Arbeiten sind unumgänglich. Das Fundament der Piste und der Belag müssen komplett erneuert werden. Vergangenen Dezember wurde das Projekt ausgeschrieben, bald hätte ein Unternehmen zur Ausführung ausgewählt werden sollen. Nun könnte das schneller gehen, weil die Dringlichkeit gestiegen ist.



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