Dreamliner von Norwegian: Auf der Langstrecke wird's schwieriger.

Norwegian verärgertNorwegen will Langstrecken-Tickets teurer machen

Die norwegische Regierung will Tickets für Langstreckenflüge mit höheren Steuern belegen. Eine schlechte Nachricht für den Billigflieger Norwegian.

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Aufschlag auf der Langstrecke: Norwegens Regierung will Flugtickets zu Zielen außerhalb von Europa deutlich höher besteuern. Demnach soll die Abgabe pro Ticket von zurzeit 80 Kronen (etwa 8,50 Euro) auf 200 Kronen (circa 21 euro) steigen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Im Gegenzug ist geplant, die Steuern auf Tickets für Flüge innerhalb Europas von 80 auf 75 Kronen zu senken. Das sieht ein Vorschlag zum Haushalt 2019 vor.

Die Regierung erklärt in dem Vorschlag, durch die Änderung würde eine ökologische Differenzierung zwischen Europa- und Langstreckenflügen geschaffen. Stimmt das Parlament dem Plan zu, tritt er zum 1. April 2019 in Kraft. Insgesamt sollen die Einnahmen der Staatskasse durch die Flugtickets in etwa gleich bleiben.

Norwegian Spitzenreiter in New York

Ein Sprecher der norwegischen Billigairline Norwegian Air Shuttle sagte: «Es ist positiv, dass die Regierung die Steuern auf Flüge in Europa senkt, aber der Anstieg bei internationalen Flügen ist eine schlechte Nachricht für Norwegens Luftfahrtindustrie, Tourismus und Wirtschaft.» Natürlich betrifft die mögliche Änderung nicht nur Norwegian, doch dem Billigflieger mit etlichen Langstreckenrouten und Schuldenproblemen wird der Plan der heimischen Regierung wohl besonders wenig schmecken.

Erst Anfang dieser Woche hatte sich gezeigt, wie Norwegian auf Transatlantik-Strecken ausgebaut hat. So beförderte sie in den zwölf Monaten bis Ende Juli 2018 1,67 Millionen Passagiere zu und von den New Yorker Flughäfen JFK, La Guardia und Newark. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es lediglich 750.000. Die aktuellen Zahlen der Hafenbehörde, welche die Airports betreibt, zeigen, dass keine andere Fluglinie, die nicht aus den USA stammt, mehr Fluggäste über den Atlantik von und nach New York beförderte. Damit stieß Norwegian British Airways mit 1,63 Millionen Reisenden vom Thron.

Mehrere Langstreckenrouten gestrichen

Obwohl Norwegian für September eine Auslastung von 92,4 Prozent auf ihren Langstreckenflügen vermeldete und ab dem 28. Oktober einen dritten täglichen Flug von London nach New York JFK anbieten wird, läuft nicht alles rund. So streicht die Fluglinie etwa die Strecke London - Singapur sowie Routen von Belfast und Edinburgh in die USA. In der schottischen Hauptstadt machte sie die Regierung des Landes für den Rückzug verantwortlich, da diese die Passagiergebühren nicht wie versprochen halbiert habe.

Die drohenden Mehrkosten in der Heimat bringen Norwegian nun in eine missliche Lage: Sie selber zu tragen, wird schwierig für eine Fluggesellschaft, die nach dem rasanten Wachstum nun Schulden reduzieren und dazu sogar 90 Flugzeuge verkaufen will. Und die Kosten an die Passagiere weiterzugeben, hieße, die eigene Niedrigpreisstrategie zu konterkarieren in einer Zeit, in der Konkurrenten wie British Airways oder Lufthansa mit Eurowings ebenfalls Günstigangebote über den Atlantik lancieren.

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