Flieger von Alitalia: Wohin geht die Reise?

400 Millionen Euro KreditWird Alitalia verstaatlicht?

Die geplante Investorenlösung für Alitalia ist gescheitert. Nun prüft die italienische Regierung Alternativen und muss der Fluggesellschaft nochmals Kredit gewähren.

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Es war eine bittere Feststellung: «Wir haben keine Marktlösung in Griffweite», sagte der italienische Premierminister Giuseppe Conte vergangene Woche, als er auf Alitalia angesprochen wurde. Und Entwicklungsminister Stefano Patuanelli sagte im Parlament, den Weg der Übernahme durch ein privates Konsortium gebe es nicht mehr. Man prüfe deshalb Alternativen.

Eigentlich war vorgesehen, dass die Staatsbahn Ferrovie dello Stato FS und der Autobahn- und Flughafenbetreiber Atlantia je 37,5 Prozent der Anteile von Alitalia übernehmen, Delta Air Lines 10 Prozent, und der Staat 15 Prozent. Doch die vier Partner konnten sich nicht einigen, Atlantia warf gegen Ende November frustriert das Handtuch. Schon zuvor verliefen die Gespräche schleppend, immer wieder musste die Regierung eine Verlängerung gewähren.

Eine Million Verlust pro Tag

Jetzt verschob die Regierung den Termin für eine definitive Lösung für Alitalia gezwungenermaßen erneut. Neu gilt der 31. Mai 2020 als Stichtag. Damit es die Fluggesellschaft überhaupt bis dahin schafft, musste Rom ihr zugleich ein neues Darlehen von 400 Millionen Euro gewähren. Am Montag (2. Dezember) unterzeichnete die Regierung das Dekret zum Kredit. Ob das mit EU-Regeln vereinbar ist, ist noch unklar.

Seit der Anmeldung der Insolvenz im Mai 2017 bekam Alitalia bereits 900 Millionen Euro an Staatshilfen. Davon sind bereits zwei Drittel aufgebraucht. Ende Oktober hätten sich noch 315 Millionen in der Kasse der Fluglinie befunden, schreibt die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore. Dieses Geld wäre im Februar aufgebraucht, denn Alitalia macht täglich rund eine Million Verlust.

Kosten senken

Die drei Sonderkommissare, die seit der Insolvenz von Amtes wegen die Geschäfte von Alitalia führen, müssen nun die Kosten senken, damit sich die Fluggesellschaft bis zu einer definitiven Lösung über Wasser halten kann und für einen potenziellen Investor attraktiver wird. Genau das fordert Lufthansa seit Langem. Sie will nur in eine sanierte Alitalia investieren.

Für die Regierung in Rom ist der Verkauf an einen privaten Investor noch immer der bevorzugte Weg. Doch es gibt auch einen zweiten Pfad, der inzwischen nicht mehr ausgeschlossen wird. Die Verstaatlichung sei nicht mehr tabu, so Entwicklungsminister Patuanelli.

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