Starke Kopfschmerzen im Flugzeug: Vor allem Männer sind betroffen.

Neue Krankheit: Flug-Kopfweh

Ärzte vermuten, dass Fliegen Kopfschmerzen verursacht. Eine Untersuchung soll nun klären, wieviele Passagiere betroffen sind.

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Fliegen ist anstengend. Stress am Flughafen, Kontrollen, Warten, Ärger mit Mitreisenden, mitunter geringer Komfort an Bord. Doch viele Reisende plagt noch etwas anderes. Italienische Neurologen sind einem Phänomen auf der Spur, das sie Flug-Kopfschmerzen nennen. Diese treten üblicherweise 30 bis 60 Minuten vor der Landung ein, treffen meistens Männer über 30 Jahre und dauern weniger als 30 Minuten. Nach der Landung ist der Schmerz weg. Dies belegt ein kürzlich veröffentlichter Bericht über eine Untersuchung von 75 Passagieren. Jeder Betroffene beschreibt den Schmerz als sehr stark. Er tritt seitlich auf und breitet sich auf der Stirn über der Augenpartie aus.

Die Wissenschafler führen dieses Phänomen auf den Druckunterschied an Bord zurück. Im Reiseflug herrscht in der Kabine eines Passagierjets der gleiche Druck wie etwa auf 2'500 Metern Höhe über Meer. Dabei entsteht im frontalen Sinus ein Überdruck, welcher bei Betroffenen nicht ausgeglichen werden kann, so die Vermutung. Die ganz genauen Ursachen dieser Kopfschmerzen sind zwar noch unklar. Die Ärzte fanden aber begünstigende Umstände: die Form der Nasennebenhöhlen, die Reisegeschwindigkeit und -höhe sowie der Kabinendruck.

2004 zum ersten Mal aufgetaucht

2004 tauchte das Krankheitsbild zum ersten Mal auf. Neurologen gingen dann noch von Einzelfällen aus. Inzwischen denken sie anders. «Wir vermuten, dass es weiter verbreitet ist als angenommen. Um dies zu beweisen, müssen wir noch mehr Daten sammeln», erklärte Federico Mainardi, Neurologe aus Venedig, gegenüber dem Fernsehsender MSNBC. Er hofft nun, dass diese Krankheit bei der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen eingetragen wird. Auf dieser Liste sind zur Zeit 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen aufgeführt. Mainardi empfiehlt Betroffenen klassische Schmerzmittel sowie den Einsatz von Nasensprays kurz vor der Landung. Linderung könnte auch der Dreamliner von Boeing bringen. Die B787 schafft dank Kompressor sowie neuer Aussenhülle eine angenehmere Atmosphäre an Bord. Die Luft ist weniger trocken und der Druck entspricht nur noch dem von etwa 1'800 Metern über Meer.

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