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50 Jahre Airbus

Mit einem Pakt gegen die USA fing alles an

Vor 50 Jahren begann mit zwei Unterschriften ein Stück europäische Luftfahrtgeschichte. Ein Rückblick auf die Geschichte von Airbus.

Wer in Toulouse wohnt, ist sich gewöhnt, immer mal wieder neue Flugzeugmodelle bei Testflügen zu beobachten. Luftfahrt gehört zur südfranzösischen Stadt mit ihrem großen Airbus-Werk einfach dazu. Doch am Mittwoch (29. Mai) wird es noch einmal etwas spektakulärer am Himmel von Toulouse. Denn: Airbus feiert seinen 50. Geburtstag.

Dafür lässt der europäische Konzern nicht einfach ein oder zwei Flugzeuge abheben. Die wichtigsten Vertreter seiner ganzen Produktpalette heben zu einen Formationsflug ab. Das heißt: A220, A320, A330 Neo,  A350, A380 und Beluga XL fliegen über die Stadt. Begleitet werden sie von Dassault Alpha Jets der Fliegerstaffel Patrouille de France. Denn am 29. Mai 1969 wurde Airbus geboren.

Der erste zweistrahlige Langstreckenjet

Es begann alles mit ein paar Unterschriften. Deutschland und Frankreich hatten vor einem halben Jahrhundert beschlossen, zusammenzuarbeiten, um der Vormachtstellung der USA im Flugzeugbau entgegenzuwirken. Bei der Luftfahrtmesse Paris Air Show in Le Bourget unterzeichneten der französische Transportminister Jean Chamant und der deutsche Wirtschaftsminister Karl Schiller am 29. Mai 1969 dann ein Abkommen. Sein Inhalt: Der Bau eines kommerziellen Flugzeugs, das leichter und effizienter sein sollte als die Produkte von Boeing, Lockheed und McDonnell Douglas: Das A300B-Programm war geboren.

Der A300 absolvierte 1972 seinen Erstflug und damit schrieb Airbus Geschichte. Der Jet war der erste Langstreckenflieger mit zwei Triebwerken. Er war zudem auch kleiner, und daher auch leichter als die Konkurrenzmodelle aus den Vereinigten Staaten, was seine Betriebskosten niedrig hielt.

Nachfolger blieb Ladenhüter

Airlines liebten den neuen europäischen Flieger. 561 Exemplare baute Airbus insgesamt. Und auch wenn er der älteste in der Airbus-Familie ist: Noch immer fliegen 156 Exemplare des A300 in der Welt herum – meist für Frachtairlines. Die größte Betreiberin ist derzeit Fedex.

An den Erfolg des A300 anknüpfen wollte Airbus mit dem A310, der 1982 seinen Erstflug hatte. Doch wie so oft kam die Fortsetzung nicht so gut an wie das Original. Nur 255 Exemplare verkaufte Airbus von dem Flieger, der eine kleinere Alternative zu A300 bieten sollte. Bis heute ist es die am schlechtesten verkaufte zivile Modellreihe von Airbus.

Durchwachsene Bilanz bei Langstreckenjets

Mit dem Airbus A320 allerdings kam dann mehr als die Erholung. Der Mittelstreckenflieger ist und bleibt der Verkaufsschlager des europäischen Herstellers. Fast 80 Prozent aller verkauften Airbus-Jets stammen aus der Familie mit A318, A319, A320, A321 und jetzt den Neos. Bald 9000 der Exemplare davon hat der Konzern ausgeliefert, fast 15.000 wurden von Kunden aus aller Welt bestellt. Alle zwei Sekunden startet oder landet ein Flugzeug der Reihe.

Bei den Langstreckenjets sieht die Bilanz von Airbus dagegen durchwachsen aus. Zweifelsohne sind der A330 und der A350 ein Erfolg. Doch der A330 Neo kommt bisher nicht richtig auf Touren und bei den vierstrahligen Langstreckenfliegern sieht es wenig berauschend aus. Sowohl A340 als auch A380 verkauften sich schlecht. Vor allem das Ende des Superjumbos war schmerzhaft für den Hersteller.

12.000 Flugzeuge ausgeliefert

Während Passagiere den A380 lieben, ist er für die Betreiber nur in seltenen Fällen wirklich rentabel. Bei der Entwicklung des Modells ging Airbus davon aus, dass Airlines Passagiere über Mega-Drehkreuze verteilen würden. Stattdessen wollen Reisende inzwischen zunehmend direkt fliegen.

Zwölf zivile Flugzeugmodelle hat Airbus mittlerweile im Portfolio – inklusive der von Bombardier hinzugekauften C-Series-Varianten, die mittlerweile A220 heißen. Doch das ist nicht alles. Militärfliegerei, Helikopter, Raumfahrt – das Angebot kann sich mit dem von Boeing messen. Die Flugzeuge des europäischen Herstellers fliegen auf allen Kontinenten der Welt, erst gerade lieferte Airbus den 12.000 Jet an eine Kundin aus – einen A220 an Delta.

Und der Beluga

Nicht in den zwölf Modellen enthalten ist der Airbus Beluga. Der Frachter basiert auf dem A300, hat aber einen Buckel, damit man mit ihm große Flugzeugteile transportieren kann. Vergangenes Jahr feierte die neueste Version, der Beluga XL, seinen Erstflug Der wiederum basiert auf dem Airbus A330.

Sehen Sie sich in der oben stehenden Bildergalerie die verschiedenen Modelle aus Airbus’ Portfolio an – und ein paar nostalgische Aufnahmen.



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