C-Series von Bombardier: Lufthansa-Chef Carsten Spohr will «mehr Wettbewerb im Markt».

Bombardier C-SeriesLufthansa will Duopol von Airbus und Boeing aufbrechen

Lufthansa war Erstbestellerin der C-Series von Bombardier. Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr verriet nun, weshalb: Er wollte mehr Wettbewerb.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es gehe darum, die Werte wirtschaftlicher Erfolg, Umweltverträglichkeit und Passagierkomfort unter einen Hut zu bringen. Darum kaufe man 30 Bombardier C-Series, erklärte Lufthansas damaliger Flottenchef Nico Buchholz vor sieben Jahren. Als erste Airline der Welt hatte die deutsche Fluggesellschaft damals eine Absichtserklärung zum Kauf des neuen Flugzeuges des kanadischen Herstellers abgegeben.

Noch war die C-Series ein Papiertiger. Unter der Medienmitteilung stand die Warnung: «Die C-Series befindet sich im Designprozess. Alle Angaben sind Schätzungen, die sich noch ändern können.» In der Tat folgten in den kommenden Jahren auch noch einige Aufs und Abs. Vergangenes Jahr stand Bombardier sogar fast vor der Pleite. Doch die Provinz Québec sprang mit Kapital ein. Das Programm war gerettet und nun steht Swiss als Erstbetreiberin kurz vor der Übernahme der ersten C-Series.

«Mehr Innovation»

Auf dem ersten Flug des Modells mit Passagieren machte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am vergangenen Freitag (4. Juni) klar, weshalb sein Unternehmen damals auf das Neue und nicht das Bewährte gesetzt hat. «Wir waren der Meinung, dass es mehr Wettbewerb in diesem Markt geben sollte, mehr Innovation», sagte er an Bord. Und Lufthansa habe auch das Gefühl gehabt, dass Bombardier der richtige Hersteller sei, um das Duopol aufzubrechen. Darum sei man auch die ganze Zeit dabei geblieben.

Bislang kontrollierten Airbus und Boeing den Markt für Passagierflugzeuge mit Düsenantrieb. Mit Bombardier bekommen sie nun einen harten Konkurrenten für ihre kleinsten Flieger. Bei den Europäern sind die alten Modelle A318 und A319 schon länger Ladenhüter. Und ihr Airbus A319 Neo ist ebenfalls kein Verkaufsschlager. Ihm steht die modernere und effizientere C-Series CS300 als Konkurrentin gegenüber. Bei Boeing verkauft sich die 737-700 NG nur mit massiven Rabatten und die neue 737 Max 7 schlecht. Beide Modelle sind leicht kleiner als die CS300. Die Ankündigung einer leicht größeren neuen Variante mit dem Arbeitstitel Boeing 737 Max 7X kommt wohl zu spät, um das Blatt noch zu wenden.

Und da ist auch noch Embraer

Im Markt für Flieger mit 100 bis 150 Plätzen hat sich Bombardier mit der C-Series daher endgültig festgesetzt. Embraer wird wohl zum vierten Spieler. Die neuen E2-Jets der Brasilianer sind ebenfalls größer als die bisherigen E-Jets und konkurrenzieren mit Boeing 737 Max 7 und Airbus A319 Neo.

Die neuen Embraer-Fieger werden allerdings noch nicht produziert, wenn sie auch auf gutem Wege sind. Das hemmt die Verkäufe vorerst. Tendenziell sind die neuen E2-Jets zudem leicht kleiner als die Produkte von Bombardier. Der E2-195 bietet maximal 144 Plätze, die CS300 150 bis zu 160. Der Markt geht derzeit hin zu größeren Fliegern.

Superjet und Comac noch keine Konkurrenz

Noch keine wirkliche Konkurrenz sind der Sukhoi Superjet 100 und die chinesische Comac C919. Bis die Flugzeuge auch im Westen breite Akzeptanz finden, wird es noch lange dauern - wenn sie es je schaffen. In Asien, Lateinamerika und Afrika könnten sie dagegen Airbus, Boeing, Bombardier und Embraer durchaus noch den einen oder anderen Auftrag wegschnappen.

Mehr zum Thema

Bilder von Gästen des Swiss-Crewhotels: Die Airline zieht aus.

«Hier waren wir zu optimistisch»: Swiss zieht nach monatelanger Kritik aus Ekel-Hotel in Miami aus

Tap Air Portugal: Wer bekommt den Zuschlag?

Lufthansa und Air France-KLM müssen bei Tap nachlegen

ticker-lufthansa

Lufthansa kürzt Winterangebot zwischen Frankfurt und New York

ticker-vereinigung-cockpit

Lufthansa und Vereinigung Cockpit starten Schlichtung mit Vorgespräch

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack