Giorgia Meloni vor Flugzeugen von ITA Airways: Schnelle Privatisierung.

Datenraum geöffnetLufthansa schaut sich ITA Airways wieder ganz genau an

Die neue italienische Regierung will die Nationalairline schnell loswerden. Dabei ist Lufthansa wieder im Spiel. Der deutsche Konzern prüft bereits die Bücher von ITA Airways

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Es war eine Überraschung. Am 31. August wählte die italienische Regierung nicht Lufthansa und MSC als neue Anteilseigner und Partner von ITA Airways. Zum Zuge kam das Finanzunternehmen Certares. Doch inzwischen ist die Frist der exklusiven Verhandlungen mit den Amerikanern ohne Ergebnis verstrichen und alle Kandidaten dürfen sich wieder in Rom melden.

Man sei weiterhin an ITA Airways interessiert, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr auch nach der Niederlage. Doch nur wenn es sich um eine wirkliche Privatisierung handle. Die nationalistische Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni zeigt sich inzwischen ungewohnt offen gegenüber einer Reduktion des staatlichen Einflusses bei der Nationalairline.

Datenraum für Lufthansa geöffnet

Der Sinneswandel geschieht wohl auch darum, weil ITA Verluste schreibt. Erst diese Woche musste die Fluglinie eine Kapitalerhöhung von 400 Millionen Euro durchführen - finanziert vom Staat. Und die Regierung hat angesichts hoher Inflation, knappem Gas und Rezessionsgefahr andere Prioritäten als die Airline weiter durchzufüttern.

Das italienische Wirtschaftsministerium wolle so schnell wie möglich eine Einigung über den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Fluggesellschaft erzielen, schreibt die Zeitung Corriere della Sera. Und dabei ist Lufthansa gemäß dem Bericht wieder im Spiel. Die Regierung habe dem deutschen Konzern den Datenraum von ITA Airways geöffnet. Lufthansa kann also alle Informationen zu ITA Airways genau prüfen, auch Rentabilität einzelner Strecken.

MSC steigt aus

Nicht mehr mit dabei ist gemäß diversen italienischen Medienberichten MSC. Der Schifffahrtsriese hat das Interesse offenbar verloren, weil ihm der Rummel um das private Unternehmen zu groß wurde und es unzufrieden war, wie das Dossier ITA gehandhabt wurde.

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