Airbus A320 Neo von Lufthansa: Stand achst Stunden am Boden.

Flughafen MünchenPassagiere müssen acht Stunden in Flugzeugen von Lufthansa sitzen - weil Busse fehlen

Eigentlich sollte der Flug von München nach Kopenhagen nicht länger als anderthalb Stunden dauern. Doch aufgrund starken Schneefalls und fehlender Vorfeldbusse saßen die Gäste acht Stunden im Airbus A320 Neo von Lufthansa - ohne dass dieser abhob. Vier weitere Flüge teilten dieses Schicksal.

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Flug LH2446 braucht manchmal 1:02 Stunden von München nach Kopenhagen, manchmal auch 1:25 Stunden. Doch am vergangenen Donnerstag (19. Februar) saßen die 123 Fluggäste acht Stunden im Airbus A320 Neo von Lufthansa mit dem Kennzeichen D-AINT. Das Verrückte: Sie waren in dieser Zeit nie in der Luft. Und sie kamen auch nicht vom Fleck.

Doch der Reihe nach: Am Abend, als Flug LH2446 von Lufthansa um 21:30 Uhr vom Gate ablegen sollte, schneite es heftig in München. Und so verzögerte sich der Start mehrfach. Rund zweieinhalb Stunden warteten die 123 Passagierinnen und Passagiere auf den Abflug. Vergeblich. Um 23:56 Uhr wurde ihnen mitgeteilt, dass der Flug nach Kopenhagen gestrichen werde, schreibt die dänische Zeitung Ekstra Bladet.

«Flughafen München sei einfach geschlossen, sagten sie uns»

Nun würde man die Reisenden eigentlich vom Airbus A320 Neo auf einer Außenposition des Flughafens München mit Bussen wieder ins Terminal zurückholen. Dort würde man für sie ein Hotelzimmer organisieren, damit sie sich erholen und am nächsten Tag nach Kopenhagen fliegen könnten. Doch es gab ein Problem: Offenbar konnte die Crew von Lufthansa niemanden mehr auftreiben, der die Reisenden zurück ins Terminal hätte fahren können.

«Plötzlich erfahren wir vom Personal, dass sie niemanden mehr im Flughafen erreichen können. Der Flughafen sei einfach geschlossen, sagten sie uns. Dann erfuhren wir, dass alle Busfahrer nach Hause gegangen sind und wir das Flugzeug nicht verlassen dürfen», so ein betroffener Familienvater zu Ekstra Bladet. Er war mit seiner Frau und den zwei Kindern mit Lufthansa aus Thailand zurückgekehrt und wollte mit dem Anschlussflug nach Kopenhagen zurück nach Dänemark kehren.

In der Nacht kam kein Bus mehr zum Jet von Lufthansa

Inzwischen war es zwei Uhr nachts. Sie hatten also schon rund fünf Stunden im Flieger gesessen. Und das mussten sie nun weiter. Fürs leibliche Wohl war ebenfalls nicht gesorgt. «Es gab weder Essen noch Getränke für uns. Es gab auch keine Decken für uns. Und wir haben kleine Kinder, die nichts zu essen bekamen. Sie hatten nichts außer ein paar Wasserflaschen», beklagt sich der Familienvater.

Erst am frühen Morgen kann schließlich ein Bus, welcher die Lufthansa-Gäste aus dem Airbus A320 Neo befreite. Lufthansa bedauerte gegenüber Ekstra Bladet das Geschehene. «Das Flugzeug musste auf Anweisung des Münchner Flughafens auf dem Vorfeld stehenbleiben. Aufgrund eines Mangels an Vorfeldbussen konnten die Passagiere erst in den frühen Morgenstunden zum Terminal gebracht werden. Lufthansa bedauert zutiefst die Unannehmlichkeiten, die den Passagieren dadurch entstanden sind» so eine Sprecherin.

Insgesamt 500 Fluggäste von Lufthansa Group in Jets gefangen

Recherchen deutscher Medien, zuerst des Fernsenders RTL, zeigten anschließend: Es war nicht nur der Kopenhagen-Flug betroffen, sondern fünf Flüge mit insgesamt rund 500 Reisenden. Lufthansa erklärte gegenüber der Zeitung Münchner Merkur, dass die startbereiten Flüge wegen des starken Schneefalls kurzfristig keine Starterlaubnis mehr erhielten und nach Vorgaben des Flughafens auf Außenparkpositionen zurückkehrten.

«Aufgrund einer ungenügenden Kapazität an Vorfeldbussen konnten die Passagiere von drei Lufthansa-Flügen (Singapur, Kopenhagen, Danzig) und zwei Air-Dolomiti-Flügen (Graz, Venedig) zunächst nicht das Flugzeug verlassen», so Lufthansa. Die Crews hätten die Gäste fortlaufend informiert und bestmöglich mit an Bord vorhandenen Getränken und Essen versorgt. «Erst nach Stunden konnten die Passagiere von den Bussen abgeholt werden und somit die Flugzeuge verlassen. Insgesamt waren hiervon rund 500 Passagiere betroffen.»

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