Dreamliner von Lot: Millionen verloren.

Lot droht Boeing mit Klage

Die polnische Nationalairline setzte voll auf den Dreamliner. Das Grounding traf sie deshalb hart. Nun will sie Geld von Boeing – und auch nochmals vom Staat.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Für Boeing war offenbar alles geregelt. Bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse am 24. Juli erklärte Vorstandsvorsitzender James McNerney, man habe sämtliche Fluggesellschaften für die Probleme mit den Dreamlinern entschädigt. «Es gab einige Kunden, bei denen wir Verpflichtungen zu erfüllen hatten. Das haben wir getan.» Nun sei alles geregelt und er sei überzeugt, dass alle Kunden Boeing nach Beendigung der Krise den Rücken stärken, so der Manager weiter.

Zumindest ein Kunde tut das nicht. Die polnische Lot ist empört über Boeings Aussagen. Man sei noch nicht für die Verluste entschädigt worden, die durch das monatelange Grounding der B787 entstanden, erklärte Vorstandsvorsitzender Sebastian Mikosz gegenüber dem Warsaw Business Journal. «Wir verlangen eine ganz bestimmte Summe von Boeing, die wir auch berechnen konnten», so der Lot-Chef weiter. «Leider ist es uns unmöglich, den kompletten Schaden einzuschätzen, den das Grounding verursachte.»

Auf Dreamliner gesetzt

Denn Lot setzte bei ihrer Neuausrichtung ganz auf den neuen Jet. Man wollte sich mehr auf die profitablen Langstrecken konzentrieren, um Polens Nationalairline aus den roten Zahlen zu bringen. Dafür kaufte Lot die B787. Sie sollte nach Peking, New York, Chicago und Toronto fliegen. Doch statt Geld zu sparen, verlor Lot durch das Grounding 55'000 Dollar pro Tag. Mikosz erklärt, dass man bei vielen Kunden zusätzlich an Glaubwürdigkeit verloren habe.

Die Airline hofft weiter, das ganze bilateral zu lösen. Doch Mikosz schließt auch den Gang vor ein Gericht nicht aus. Grundsätzlich sei er aber für eine «nicht aggressive» Lösung, so der Airline-Chef. Wie viel an Kompensation Lot genau verlangt, ist offiziell nicht bekannt. Verschiedene polnische Medien schätzen aber den Betrag auf zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Für Boeing, so ein Sprecher der Airline vor einigen Wochen, möge das kaum etwas sein. Doch Lot habe das Geld bitter nötig.

Zwei Finanzspritzen

Denn Polens Staatsairline kämpft mit massiven finanziellen Problemen. Im ersten Halbjahr 2012 verbuchte sie einen Verlust von rund 38 Millionen Euro. Erst im Juni beantragte die Fluggesellschaft Staatshilfe. Und wie der Radiosender Polskieradio berichtet, will Chef Mikosz bereits im September um die nächste Finanzspritze bitten. Wie hoch diese sein wird, ist noch nicht bekannt. Man wolle sie so gering wie möglich halten, heißt es.

Mehr zum Thema

Dreamliner -VT-ANB vor der Auslieferung 2014: Das Flugzeug hatte immer wieder Probleme.

Verunglückte Boeing 787 von Air India machte seit Jahren Probleme

Boeing 787-8 von ANA: Die Airline hatte 30 Boeing 787-3 bestellt.

Boeing 787-3: Der vergessene Dreamliner

Boeing 787-9 von Lufthansa: das Flugzeug trägt die Jubiläums-Lackierung.

Hier fliegt Lufthansas Jubiläums-Dreamliner

boeing 787 dreamliner family vergleich

Wieso die Boeing 787-9 der beliebteste Dreamliner ist

Video

airbus a330 antarktis
Im vergangenen Dezember landete erstmals ein Airbus A330 in der Antarktis. Jetzt gibt es reichlich Einblicke ins Cockpit während dieses Fluges.
Timo Nowack
Timo Nowack
Das Wrack der Beechcraft 1900 von Satena: Liegt in schwierigem Gelände.
Im Nordosten Kolumbiens ist eine Beechcraft 1900 auf dem Weg nach Ocaña abgestürzt. Alle 15 Menschen an Bord des Flugzeuges der Staatsairline Satena kamen ums Leben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack