Trümmer der Maschine: Der Zugang ist für die Franzosen offenbar schwer.

Umgang mit Beweismitteln von Flug MS804Kritik an Arbeit der ägyptischen Behörden

Ägypten widerspricht den Aussagen der griechischen Behörden über den Flugverlauf des abgestürzten Egypt-Air-Jets. Doch auch die Ägypter stehen in der Kritik. Sie sollen Beweise falsch handhaben.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Statt Klarheit gibt es über den Absturz von Egypt-Air-Flug MS804 mit jedem Tag mehr Verwirrung. Selbst das, was eigentlich als klar galt, wird nun angezweifelt – von den Behörden selbst. Der Airbus A320 sei nicht geschlingert und hätte an Höhe verloren, bevor er vom Radar verschwunden sei, erklärte der Leiter der staatlichen ägyptischen Flugsicherung, Ehab Azmy, verschiedenen lokalen Medien. Eigentlich hatte vor fünf Tagen der griechische Verteidigungsminister Panos Kammegos erklärt, dass der Airbus A320 stark hin- und herschwankte, bevor er schließlich abstürzte.

«Er drehte sich erst 90 Grad nach links und dann 360 Grad nach rechts», erklärte der griechische Politiker erste Ergebnisse von Radarauswertungen. Dabei sei der Jet zuerst auf eine Höhe von 15’000 Fuß (4500 Meter) gefallen. Bei 10’000 Fuß (rund 3000 Meter) sei der Flieger dann vom Radar verschwunden. Azmy widerspricht dem. Der Flieger habe sich auf 37'000 Fuß (rund 11'278 Meter) befunden, als es von Radar verschwunden sei. Es habe keine Anzeichen eines wilden Drehens gegeben, erklärte der Beamte.

Schon bei Metrojet Verwirrung

Diese Verwirrung erinnert an die Art der Kommunikation, die es schon nach dem Absturz einer  Maschine der russischen Metrojet im Oktober 2015 gab. Nachdem es von Russland schnell hieß, eine Bombe an Bord habe den Flieger zum Absturz gebracht, waren von den ägyptischen Ermittlern widersprüchliche Aussagen zu hören. Schon damals wurde ihre Arbeit von Sicherheitsexperten heftig kritisiert – und jetzt werden wieder Zweifel an der Arbeit der Ägypter laut.

Eng in die Ermittlungen eingebundene Quellen berichten dem Wall Street Journal, dass es große Sorgen gebe, dass das ägyptische Militär unsauber mit den Beweisen umgehe. Auf Videos ist zu sehen, wie Militärpersonal gefundene Trümmer und Gegenstände aus dem Flugzeug ohne Schutzhandschuhe und - Kleidung auf einen nicht speziell abgedeckten Boden ablegen. Das, so die Kritik, könne zu falschen Rückschlüssen bei der Untersuchung der Beweise führen.

Verfälschung der Spuren

Der Grund: Mitarbeiter des Militärs können bei ihrer Arbeit eher mit Sprengstoff, Munition oder Chemikalien in Berührung kommen. Wenn sie also keine Schutzkleidung tragen, dann könnten diese Spuren die Beweise verfälschen. Ähnliche Kritik gab es ebenfalls bei den Ermittlungen zum Absturz der Metrojet-Maschine im Oktober.

Mehr zum Thema

Bangor Airport am Sonntagabend: Der Wintersturm wütete auch hier.

Bombardier Challenger 650 in den USA abgestürzt

Absturzstelle der Citation: Das Flugzeug krachte in eine Werrkstatt.

Cessna Citation III stürzt in Mexiko in eine Lkw-Werkstatt

Das Kleinflugzeug nach dem Absturz in Gloucestershire: Der Pilot überlebte leicht verletzt.

Bauteil aus dem 3D-Drucker führte zum Absturz eines Kleinflugzeugs

Schnappschildkröte auf der Piste: Ein Pilot musste dem Tier ausweichen und stürzte ab.

Schnappschildkröte löst tödlichen Unfall mit historischem Flugzeug aus

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier