Nach Germanwings 4U9525Kameras sollen Piloten kontrollieren

Die Icao will Kameras im Cockpit zur Überwachung der Piloten obligatorisch machen. Die Interessenvertretungen der Crews rüsten sich für die Verteidigung.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Rund 127 Millionen Dollar schwer ist der Markt für Videoüberwachungssysteme in Flugzeugen. Solche Einrichtungen überwachen das Flugzeug etwa während des Fluges von außen oder zeigen den Piloten an, wer in der Kabine vor der Cockpittür steht und hinein will. Doch die Analysten von Research and Markets erwarten in den nächsten fünf Jahren ein massives Wachstum. 2020 soll das Marktvolumen rund 174 Millionen Dollar betragen – ein Plus von 37 Prozent.

Das liegt auch daran, dass mehr Flugzeuge ausgeliefert werden. Doch die Experten sehen auch einen anderen Grund. Sie gehen davon aus, dass Angst vor der so genannten «Air Rage» in den kommenden Jahren dazu führen wird, dass deutlich mehr Überwachungskameras benötigt werden, vor allem auch in Cockpits. Als Air Rage bezeichnet man Fälle wie den des abgestürzten Germanwings-Fluges 4U9525, in denen einer der Piloten sich selbst umbringt und die Passagiere mit in den Tod reißt.

Uno will Kameras im Cockpit

Die Analysten könnten recht behalten: Wie das Wall Street Journal berichtet, will die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao den Druck auf Fluggesellschaften erhöhen. Sie sollen in ihren Cockpits Kameras installieren, mit denen man die Crews überwachen kann. Im Herbst soll das Thema auf den Tisch kommen, so informierte Quellen zu der Zeitung. Die International Civil Aviation Organisation kann das einerseits den Airlines vorschrieben oder die Kameras nur als Richtlinie vorschlagen. Für welche der Möglichkeiten der Luftfahrtarm der Uno sich entscheiden wird, ist noch unklar.

Auch die US-Behörde NTSB ist der Idee nicht abgeneigt. In einem Interview erklärte deren Chef Christopher Hart, wie die mögliche Überwachung aussehen könnte. So könnte die Überwachungskamera so installiert sein, dass man sehen kann, was der Pilot mit den Händen macht, das Gesicht aber nicht im Bild ist. So könne man etwa merken, wer wann welchen Knopf drückt.

Piloten wehren sich dagegen

Piloten sehen das anders. Die internationale Pilotenvereinigung Alpa ist laut einer Stellungnahme gegen «jede Form der Videoüberwachung im Cockpit.» Der Grund: Die Ergebnisse, die sich durch die Überwachung ergeben, seien ungenau. «Nur weil ein Pilot sein Bein bewegt oder die Hand in Richtung eines Schalters bewegt, heißt das nicht, dass er diesen auch aktiviert hat», heißt es in einem Schreiben zum Thema. «Die Blackbox liefert zu den Hergängen von Unfällen bereits genug Informationen.»

Ermittler sehen das anders. So hätten Kameraaufnahmen etwa bei den Ermittlungen im Fall von Swissair-Flug SR111 helfen können, der 1998 vor der Küste von Nova Scotia in Kanada ins Meer stürzte. Noch immer ist nicht klar, ob die Piloten durch den Rauch im Cockpit ohnmächtig wurden oder schlicht nichts mehr sehen konnten. Auch beim Absturz von Egyptair 990 im Jahr 1999 herrscht noch immer keine Klarheit. Die USA und Ägypten konnten sich nie einigen. Während die Amerikaner sich sicher waren, dass es sich um einen Selbstmord handelte, wehrten sich die Ägypter gegen diese Theorie.

Versprechen gebrochen

Wer sich in der Diskussion durchsetzen wird, ist noch offen. Aber: Als in den Sechzigerjahren die Stimmenrekorder für das Cockpit eingeführt wurden, waren die Piloten ebenfalls dagegen. Am Ende stimmten sie zu. Doch wie das Ganze weiterging, ist einer der Gründe, warum die Gewerkschaften nun gegen die Kameras sind. Eigentlich war ihnen damals nämlich versprochen worden, dass die Aufnahmen nur für die Ermittlungen genutzt werden würden und niemals an die Öffentlichkeit gelangen. Dieses Versprechen wurde gebrochen.

Mehr zum Thema

Peter Glade, Chief Commercial Officer bei TUI Airline

«Zwischen Cockpitmagie und Klapptisch-Manöver – unterwegs im Flieger»

ticker-faa

USA geben Airlines ein Jahr mehr Zeit für Einführung von zweiter Cockpitschranke

Blick aus dem Cockpit: Das Herz des Flugzeuges soll besser geschützt werden.

Pilotinnen und Piloten wollen mehr Schutz – Airlines mehr Zeit

Patrick Heinrich, Pilot Aero-Dienst und Founder SkyEQ

«Zwischen Cockpit und Codezeilen – ein Pilot mit Leidenschaft und einer App»

Video

Airbus A350 von Finnair: Bald eigen Musik an Bord.
Die veränderte Kundenstruktur bringt eine stärkere Markenpositionierung als finnische Airline. Komponist Lari Porra schuf für Finnair eine Klangwelt, die finnische Landschaften und das Reisegefühl musikalisch erlebbar machen soll. So klingt sie.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
pab wingair fujairah airbus a320 neo acj
Bei Airbus in Toulouse ist ein frisch produzierter A320 Neo zu erspähen, dessen Lackierung deutlich macht: Er wird in die Vereinigten Arabischen Emirate gehen. Allerdings nicht zu einer Airline.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a380 qantas sao paolo
Ein Airbus A380 der australischen Airline hat einen Flug nach Brasilien absolviert, der nicht zum Linienflugprogramm von Qantas gehört. Das sorgte für zwei Premieren. Nun gibt es Gerüchte, dass ein Superstar den Superjumbo gemietet haben soll.
Timo Nowack
Timo Nowack