Modell einer Boeing 777 von Jet Airways: Richtig heben die Flieger nicht mehr so bald ab.

Grounding in IndienJet Airways stellt den Betrieb ein

Die Aktionäre der indischen Fluggesellschaft wollten nicht nochmals Geld einschießen. Deshalb stellt Jet Airways den Betrieb ein - sie plant aber ein Comeback.

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Am 26. März gelang die vermeintliche Rettung. Nach zähen Verhandlungen willigten die Gläubiger von Jet Airways ein, ihre Guthaben in eine Beteiligung umzuwandeln. Seither besitzt ein Konsortium unter Führung der State Bank of India 51 Prozent der Anteile. Zugleich bekam die angeschlagene indische Fluggesellschaft frische Mittel im Umfang 15 Milliarden Rupien oder umgerechnet 190 Millionen Euro. Nur ein Teil des Geldes floss allerdings an die Airline.

Das reichte nicht. Am Montag ersuchte Jet Airways die Banken um einen weiteren Zuschuss von vier Milliarden Rupien. Doch sie weigerten sich. Am Mittwoch (17. April) scheiterte die letzte Verhandlunsgrunde. Die Führung der Fluggesellschaft musste deshalb die Notbremse ziehen. Um Mitternacht stellte sie den Flugbetrieb ein, wie sie am Nachmittag angekündigt hatte. Jet Airways ächzt unter einem Schuldenberg von 80 Milliarden Rupien oder rund einer Milliarde Euro.

Siebtes Grounding in fünf Jahren

Mit Jet Airways stellt die älteste private indische Fluggesellschaft den Betrieb ein. Sie wurde 1992 gegründet und nahm den Flugbetrieb im Frühjahr 1993 zuerst als Charterunternehmen auf, ab 1995 agierte sie als Linienanbieterin. Dank neuen Fliegern, attraktiven Preisen und gutem Service wurde Jet Airways zur größten Fluggesellschaft Indiens. 2004 nahm sie Flüge ins Ausland auf, 2013 beteiligte sich Etihad Airways mit 24 Prozent am Kapital.

Das Ende von Jet Airways ist das siebte Grounding innerhalb von fünf Jahren in Indien. Zuvor gaben Air Pegasus, Air Costa, Air Carnival, Air Deccan, Air Odisha und Zoom Air auf. Dabei ist Indien eigentlich ein Boomland. Rund 14 Millionen Menschen reisten Anfang des neuen Jahrtausends in Indien mit dem Flugzeug. Inzwischen sind es bereits 145 Millionen jährlich. In zwanzig Jahren werden es 380 Millionen sein, schätzt die Iata.

Verkaufsprozess läuft weiter

Schuld daran ist einerseits die seit Jahren schwächer werdende Rupie. Sie macht alle Ausgaben in Fremdwährungen teurer.Flieger, Ersatzteile, Leasingraten – alles müssen indische Fluggesellschaften in anderen Devisen abrechnen. Zudem ist Kerosin in Indien außerordentlich teuer. Der Staat und lokale Regierungen verrechnen horrende Steuern auf den Treibstoff. Hinzu kommt das Monopol von Anbieter Indian Oil. Beide Elemente vertragen sich schlecht mit einer Konkurrenzsituation, die Ticketpreise nach unten treibt.

Jet Airways bezeichnet das Grounding als temporär. Der Verkaufsprozess läuft weiter. Bis am 10. Mai soll ein neuer Mehrheitsaktionär gefunden sein, der den Betrieb dann rasch wieder hochfahren soll.

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