Airbus A320 von Indigo: Der Flugplan der Airline ist fast komplett zusammengebrochen.

Flugchaos in IndienIndigo streicht 1000 Flüge - nichts geht mehr in Dehli und Chennai

Die größte Fluglinie Indiens bricht aufgrund der Neuregelung der Dienstzeiten ihres Cockpitpersonals fast zusammen. Hilfe kommt ausgerechnet von der Zivilluftfahrt Indiens. Das gefällt nicht allen.

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Im Januar 2024 kündigte die indische Generaldirektion für Zivilluftfahrt an, die Regelungen der Dienstzeit von Pilotinnen und Piloten schrittweise anzupassen. Das Directorate General of Civil Aviation DGCA will damit gegen Müdigkeit im Cockpit vorgehen, weil zuvor festgestellt worden war, dass Indiens Cockpitpersonal besonders darunter leidet.

Eingeführt wurde die Neuregelung in mehreren Phasen. Verbindlich gelten die Änderungen seit dem 1. November. Die wöchentliche Ruhezeit für Pilotinnen und Piloten steigt um zwölf auf 48 Stunden, die Nachtzeit wird um eine Stunde von 00:00 bis 06:00 Uhr ausgeweitet, und es sind nur noch zwei Landungen pro Nacht erlaubt. Zudem sind Anpassungen der Dienstpläne sowie vierteljährliche Meldungen zu Erschöpfungserscheinungen Pflicht.

Indigos Probleme schonungslos offengelegt

Die neue Regelung hat die Personallücken bei indischen Fluggesellschaften schonungslos offengelegt. Besonders hart trifft es Indigo, die größte Airline des Landes. Der Flugbetrieb ist teilweise zusammengebrochen. Allein in den vergangenen vier Tagen musste sie über 1000 Flüge streichen.

Allein am Freitag (5. November) annulliert Indigo weitere 500 Flüge. In Delhi fallen alle geplanten Flüge aus. Auch in Chennai streicht die Fluglinie alle Flüge bis 18:00 Uhr. Weitere betroffene Städte sind Goa, Mumbai, Bengaluru und Hyderabad. «Heute dürfte der Tag mit den meisten Flugausfällen sein, da wir alles Notwendige tun, um unsere Systeme und Flugpläne ab morgen schrittweise zu verbessern», teilt die Airline mit.

Indigo räumt Fehler ein

Indigo gibt zu, nicht ausreichend auf die neuen Dienstzeitregelungen für Pilotinnen und Piloten vorbereitet gewesen zu sein. Hinzu kämen laut der Fluglinie, die in Indien einen Marktanteil von rund 60 Prozent besitzt, unerwartete betriebliche Herausforderungen, darunter kleinere technische Störungen, Anpassungen im Winterflugplan, Überlastung und widrige Wetterbedingungen.

Tausende Passagiere sind landesweit gestrandet. Flugzeuge und Personal befinden sich nicht dort, wo sie laut Flugplan sein sollten. Indigo teilte am Freitag mit, dass Tausende Hotelzimmer in verschiedenen Städten sowie Landtransporte für gestrandete Passagiere organisiert wurden. «Wir bemühen uns, unseren wartenden Passagieren an den Flughäfen Speisen und Snacks anzubieten. Wo immer möglich, ermöglichen wir Senioren den Zugang zu den Lounges», hieß es weiter in der Erklärung.

Indigo bekommt Ausnahmeregelungen

Ein wenig Unterstützung erhält Indigo ausgerechnet von der Luftfahrtbehörde. Das DGCA zog mit sofortiger Wirkung die Neuregelung zurück, die besagte, dass Urlaub den wöchentlichen Ruhetag nicht ersetzen darf. Gleichzeitig hat Indigo einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung von der Nachtdienstregelung bis zum 10. Februar gestellt.

Die indische Pilotenvereinigung Pilots Association of India Alpa Indi) hat einen Protestbrief an die Luftfahrtbehörde gesendet. Darin spricht sie sich gegen «selektive Ausnahmen» für Indigo aus. Die Airline selbst rechnet damit, in den kommenden Tagen wieder stabiler zu fliegen.

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