Katastrophe der HindenburgDas Ende der Zeppeline

Vor 80 Jahren explodierte der deutsche Zeppelin Hindenburg bei der Landung in den USA. Das Unglück bedeutete das Aus für die Luftschifffahrt.

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Der 6. Mai 1937 war ein stürmischer Tag. Mit mehr als zwölf Stunden Verspätung setzte die Hindenburg in Lakehurst südlich von New York zur Landung an. Sie war am 3. Mai am Frankfurter Flughafen gestartet. Der Zeppelin hatte den Atlantik zuvor bereits mehr als 30 Mal ohne Probleme gekreuzt. Die Zuversicht in die neue Transporttechnik war groß.

Bis heute ist die Hindenburg unerreicht: Sie war das komfortabelste und größte Luftschiff, das je gebaut wurde. Mehr 245 Meter war sie lang und 40 Meter breit. Sie erreichte damit fast die Ausmaße der Titanic, die 24 Meter länger, aber auch 12 Meter schmaler war. Vier Dieselmotoren trieben das Luftschiff an und schafften eine Geschwindigkeit von etwa 125 Kilometern pro Stunde. Leer wog die Hindenburg 118 Tonnen, beladen auf etwa 220 Tonnen.

Luxus über den Wolken

Der Zeppelin war ein fliegendes Luxushotel: Die Gondel diente nur zum Steuern des Schiffs. Die Passagiere waren auf zwei Decks im Inneren des Auftriebskörpers untergebracht. Zwar ähnelten die Schlafkabinen mit ihrer eher spartanischen Ausstattung und den Doppelstockbetten eher Schlafwagenabteilen und waren kein Vergleich zu den luxuriösen Kabinen der großen Ozeandampfer. Dennoch mussten die Passagiere auf keine Annehmlichkeiten verzichten: Die Schlafkabinen hatten fließend warmes Wasser, es gab eine Wandelhalle und ein Schreib- und Lesezimmer, im Speisesaal wurde à la Carte serviert.

Das hatte seinen Preis: Ein Hin- und Rückflugticket kostete damals etwa 40.000 Reichsmark, was einem heutigen Wert von mehr als 10.000 Euro entspricht. An Bord gab es sogar einen eigenen Salon für Raucher, obwohl es mit leicht brennbarem Wasserstoff gefüllt war. Ursprünglich hätte Helium den Zeppelin in der Luft halten sollen. Doch die USA hatten praktisch ein Monopol auf das nicht brennbare Edelgas und lieferten kein Helium ins Ausland – erst recht nicht an das nationalsozialistische Deutsche Reich.

PR-Gau für die Nationalsozialisten

Das erwies sich an jenem Maimorgen vor 80 Jahren als fatal: Im Heckteil des Schiffes brach plötzlich ein Feuer aus. Flammen schlugen über der Hindenburg auf. In nur 34 Sekunden verbrannte der Wasserstoff komplett. Der Zeppelin verlor dadurch seinen Auftrieb und sank zu Boden. Das Feuer entzündete den Dieselkraftstoff, der die Motoren antrieb. Passagiere und Crew springen in Panik von Bord, viele in den Tod.

Insgesamt starben 35 Menschen, 13 Passagiere und 22 Crewmitglieder. Ein Mitglied der Bodenmannschaft kam ebenfalls in dem Flammenmeer ums Leben. Wie durch ein Wunder überlebten mehr als 60 Menschen an Bord das Inferno. Für die Nationalsozialisten war das Unglück, über das Radio und Zeitungen weltweit ausführlich berichteten, ein PR-Gau. Der Stolz der deutschen Luftfahrt war abgestürzt. Schnell machten Verschwörungstheorien die Runde – sie reichten von einem Raketenangriff bis zu einer Zeitbombe.

Ursache bis heute nicht geklärt

Zwei Untersuchungskommissionen, eine deutsche und eine amerikanische, kamen jedoch nach dem Unglück zum gleichen Ergebnis: Ursache sei eine Verkettung unglücklicher Zufälle gewesen. Kapitän Max Pruss, der das Unglücksschiff gelenkt hatte, blieb aber bis zu seinem Tod 1960 davon überzeugt, dass es einen Attentäter an Bord gegeben haben musste. Eine endgültige Klärung gibt es auch bis heute nicht.

Die wahrscheinlichste Variante ist, dass sich die Zeppelin-Ummantelung aus Aluminium wegen des Wetters elektrostatisch aufgeladen hatte. Möglicherweise riss ein loser Spanndraht ein Leck, sodass sich ein brennbares Wasserstoff-Luft-Gemisch bilden konnte, das sich durch die plötzliche Erdung der nassen Landetaue entzündete.

Abgewrackt

Das Unglück war das Ende der Zepplin-Luftfahrt: Niemand wollte mehr mit den explosiven Luftschiffen fliegen. Das Schwesterschiff der Hindenburg, die Graf Zeppelin II befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks noch im Bau und wurde mit Beginn des Zweiten Weltkriegs abgewrackt.

Sehen Sie im oben stehenden Video einen zeitgenössischen Filmbeitrag über die Katastrophe der Hindenburg.

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