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Laute Großraumjets

Heathrow kämpft mit verbotenen Starts

Eigentlich müssen sich Flugzeuge beim Start in London Heathrow an genaue Korridore halten. Das tun aber vor allem große Jets wie Boeing 747 oder Airbus A380 nicht.

British Airways

A380 von British Airways: Große Jets gewinnen langsamer an Höhe.

Fluglärm ist nicht nur in Deutschland und der Schweiz ein emotionales Thema. Auch in Großbritannien klagen Bürger, die in Flughafennähe wohnen, über die steigende Belastung. Besonders betroffen ist die Gemeinde Ashford. Sie leidet unter Flügen, die ab dem Fughafen London Heathrow auf der so genannten Compton-Route abheben. Das bedeutet: Sie starten in Richtung Osten und drehen dann nach Westen ab – zum Beispiel, wenn sie in Richtung USA fliegen.

Eigentlich, so sagen es die Regeln, sollen Airlines in einem festgelegten lärmminimierenden Band bleiben. Doch Bewohner von Ashcroft beschwerten sich in den vergangenen Monaten immer wieder darüber, dass das nicht geschehe. Der Flughafen Heathrow hat daraufhin eine Studie in Auftrag gegeben, die das untersuchte. Das Ergebnis: Tatsächlich weichen immer mehr große Flugzeuge wie Boeing 747, Airbus A380 oder A340 von der Route ab.

Große Flieger gewinnen langsamer an Höhe

Der Grund: Immer mehr der großen Jets heben inzwischen auf der Compton-Route ab. Die großen Flieger können aber nicht so schnell an Höhe gewinnen. Viele von ihnen fliegen bis an die US-Westküste und sind daher auch mit mehr Treibstoff beladen, was das Gewicht noch weiter erhöht. Sie können den vorgeschriebenen Korridor also gar nicht einhalten und sind zu niedrig, wenn sie über Ashcroft fliegen.

Die Studie visualisiert das Problem so:

Der Flughafen hat das Problem nun zur Priorität erklärt und arbeitet gemeinsam mit Vertretern der Anwohner daran, es zu lösen. Eigentlich hätte Heathrow die Möglichkeit, Airlines, die sich nicht an die vorgegebenen Routen halten, zu sanktionieren. Strafzahlungen und ein Ausschluss könnten die Folge sein. Der Flughafen hat sich dazu noch nicht entschlossen, weil er auch ein bisschen selbst Schuld an dem Problem trägt. In der Studie muss Heathrow auch eingestehen: Man hat die Compton-Route entworfen, ohne Flieger wie den Airbus A380 oder die Boeing 747 in die Planung mit einzubeziehen.

Wer trägt die Kosten?

Irgendjemanden wird die Lösung des Problems allerdings etwas kosten. Denn die Anwohner dürften kaum klein beigeben, wenn es um die Lärmprobleme geht. Müssen die Flieger aber ihre Startroute anpassen, sorgt das teils für höhere Kosten. Wer die tragen muss, gilt es nun zu klären.

Eine Lösung zu finden ist für Heathrow lebenswichtig. Denn er will eine dritte Piste bauen. Dazu kann er keine zusätzliche Opposition gebrauchen.



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