Airbus A300 von Iran Air: In einem solchen Flieger verbrachten die Reisenden die Nacht.

Dreifachjubiläum A300, A310 und A330Die drei erwachsenen Kinder aus der Frühzeit von Airbus

50, 40 und 30 Jahre: Der Airbus A300, der A310 und der A330 feiern 2022 ein rundes Jubiläum. Nicht alle waren gleich erfolgreich.

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Es war das, was man Industriepolitik nennt. Deutschland und Frankreich beschlossen 1969, die Vormachtstellung der USA im Flugzeugbau anzugreifen. Sie vereinbarten den gemeinsamen Bau eines kommerziellen Flugzeugs, das leichter und effizienter sein sollte als die Produkte von Boeing, Lockheed und McDonnell Douglas. Das Resultat war der Airbus A300.

Er war seiner Zeit voraus. Der Airbus A300 war der erste Mittelstreckenflieger mit zwei Triebwerken und zwei Gängen. Zudem war das Cockpit hochmodern, es wurden erstmals Verbundwerkstoffe eingesetzt und auch neue aerodynamische Flügelspitzen verwendet. Das machte das neue europäische Flugzeug den Vorgaben entsprechend leichter und sparsamer als die Jets der Konkurrenz. Und so wurde es zum Erfolg.

A300 hat sich gegen Tristar und DC-10 behauptet

Am 28. Oktober 1972 hob der Airbus A300 zum Erstflug ab. Mit dem Testflugzeug mit der Seriennummer 1 und der Kennung F-WUAB gingen Kapitän Max Fisch und Kopilot Bernard Ziegler für 1 Stunde und 25 Minuten in die Luft, wobei eine Höchstgeschwindigkeit von 343 Kilometern pro Stunde in einer Höhe von 4300 Metern erreicht wurde.

Der Airbus A300 bei seinem Erstflug 1972. Bild: Airbus

Anderthalb Jahre später nahm mit Air France die erste Kundin ein Exemplar in ihre Flotte auf. Nach anfänglich schleppenden Verkäufen kamen die Geschäfte nach und nach doch noch in Gang. Und der Airbus A300 mit seinen rund 250 Sitzen konnte sich gegen die Modelle der gestandenen Hersteller – Lockheed L-1011 Tristar,  McDonnell Douglas DC-10 und später Boeing 767 – gut behaupten.

Der A310 war dann ein Flop

561 Exemplare des A300 baute der junge Flugzeugbauer bis zum Produktionsende 2007. Auch 50 Jahre nach dem Erstflug fliegen gemäß Zahlen des Luftfahrt-Datenanbieters CH Aviation noch 157 Exemplare, nur fünf davon allerdings mit Fluggästen (alle im Iran). Der Löwenanteil ist mit Fracht unterwegs. Bei einer Airline in Europa flogen letztmals im Jahr 2014 Menschen mit einem Airbus A300, bei der inzwischen untergegangenen Fluggesellschaft Monarch.

Der Airbus A310 verkaufte sich schlecht. Bild: Airbus

Das Nachfolgemodell A310, das auf Langstrecken ausgerichtet war und rund 220 Sitze aufwies, war weniger erfolgreich. Es flog 1982 zum ersten Mal. Nur 255 Exemplare konnte Airbus bauen. Die Produktion war zwar zehn Jahre nach der des A300 aufgenommen, worden wurde aber trotzdem neun Jahre früher eingestellt. Das zeigt, wie schwach die Nachfrage war. Heute - 40 Jahre nach dem Erstflug – fliegen nur noch 24 Exemplare.

Suche nach einer Langstreckenlösung

Daran ist Boeing mit der 1981 eingeführten 767 schuld, die sich mehr als 1200 Mal verkaufte. Aber es lag auch an Airbus selbst. Der europäische Flugzeugbauer hatte in den Achtzigerjahren erkannt, dass er bei den  Mittelstreckenflugzeugen inzwischen gut vertreten war, der Trend aber zu größeren Flugzeugen mit mehr Reichweite ging. Da fehlte ihm ein konkurrenzfähiges Angebot.

Bereits in den späten Siebzigerjahren hatte Airbus sich Gedanken über eine verlängerte A300-Version mit mehr Reichweite gemacht. Anfang der Achtzigerjahre wurden die Pläne konkret. Der Konzern begann die Entwicklung von gleich zwei Langstreckenmodellen, dem A340 und dem A330.

Nicht der favorisierte Airbus A340 setzte sich durch

Beide nutzen die gleichen Tragflächen, Leitwerke und Rumpfteile. Eigentlich war der A340 von vielen Experten jener Zeit als erfolgversprechender erachtet worden, da er mit vier Triebwerken direktere Routen über das Meer fliegen konnte. Doch dann stieg der Ölpreis und machte ihn mit seinen vier Triebwerken unattraktiv.

Der Airbus A3330 beim Erstflug. Bild: Airbus

Zum Erfolg wurde am Ende das Modell mit zwei Triebwerken. Am 2. November 1992 absolvierte der A330 seinen ersten Flug. Mehr als 1500 Mal haben er und das modernisierte Nachfolgermodell A330 Neo sich in den 30 Jahren seit dem Jungfernflug bisher verkauft.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie mehr Aufnahmen von Airbus A300, A310 und A330.

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