Eine Tecnam P2006T: Die Italiener haben ihre Flugzeuge Mosaic tauglich gemacht.

Neue Regeln in den USATecnam passt Flugzeuge an - damit sie künftig auch Sportpilotinnen und -piloten fliegen können

Die USA erlauben Sportpilotinnen und -piloten neuerdings auch größere, technisch anspruchsvollere Flugzeuge zu steuern. Damit möglichst viele Menschen davon profitieren können, reagiert Tecnam mit Anpassungen ihrer Flugzeuge.

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In Deutschland heißt sie Sportpilotenlizenz oder kurz SPL. Sie erlaubt Pilotinnen und Piloten, Ultraleichtflugzeuge bis 600 Kilogramm zu fliegen dürfen. In den USA nennt sich das Sport Pilot Certificate. Eingeführt wurde die Lizenz 2004, um den Einstieg ins Fliegen zu erleichtern und die Kosten sowie den bürokratischen Aufwand im Vergleich zur Privatpilotenlizenz oder kurz PPL zu verringern.

Sportpilot:innen dürfen nur tagsüber und unter Sichtflugbedingungen (sogenannter VFR-Flug) fliegen – und zwar ausschließlich mit Light Sport Aircraft, also Leicht-Sportflugzeugen. Diese sind technisch weniger komplex und langsamer als andere Flugzeugklassen und waren bisher auf ein maximales Gewicht von knapp 600 Kilogramm begrenzt.

FAA kippt die Gewichtsbegrenzung für Leichtflugzeuge

Im vergangenen Juli hat die Luftfahrtbehörde der USA angekündigt, die Regeln für Light Sport Aircraft ab Oktober zu ändern. Im ersten Schritt sind neue Trainings- und Zulassungsregeln sowie Anpassungen für Fluglehrpersonen und Wartungspersonal in Kraft getreten. Die entscheidenden Änderungen treten zum Juli in Kraft: Die FAA kippt die Gewichtsbegrenzung für Leichtflugzeuge.

Die FAA spricht von Modernization of Special Airworthiness Certification, kurz Mosaic. Statt eines Gewichtslimits steht die Leistung der Flugzeuge im Vordergrund. Zentral ist neu die Überziehgeschwindigkeit, also die Mindestgeschwindigkeit, bei der ein Flugzeug noch sicher fliegt, ohne abzusacken. Kleine Sportflugzeuge müssen künftig so konstruiert sein, dass sie erst bei einer Geschwindigkeit von 59 Knoten oder 109 km/h ins Trudeln geraten.

Mehr Flugzeuge stehen zur Auswahl

Plötzlich sind dadurch in den USA viele größere, moderne Flugzeuge für Sportpiloten erlaubt. Von Viersitzern über Flugzeuge mit Einziehfahrwerken über Verstellpropeller bis zu mehrmotorigen Antrieben. Der italienische Flugzeughersteller Tecnam hat auf die veränderten Regeln reagiert und nun eine speziell entwickelte Produktfamilie, die die neuen Regeln optimal nutzt, angekündigt.

Der Name: Mosaik 59. Der Name bezieht sich auf die Neuregelung der FAA und 59 wegen der Überziehgeschwindigkeit von 59 Knoten. Die Italiener wollen ermöglichen, dass die meisten ihrer bestehenden Modelle nach Mosaic-Regeln künftig auch von Sportpilotinnen und -piloten geflogen werden können. Damit erweitert sich der Pool potenzieller Nutzenden auf einen Schlag.

Retrofitlösung für Tecnam P2010

Neben Modellen wie der P92, die bereits die bisherigen Vorgaben erfüllte, profitiert nun auch die P2008 Next Generation von den neuen Regeln. Künftig können zwei Personen mit vollem Tank fliegen. Auch die Tecnam Astore GT, eine weiterentwickelte Version des beliebten Leicht-Sportflugzeugs Astore, kann künftig mit höherem Gewicht und mehr starten.

Die Einstufung der zweimotorigen Modelle P2010 und P2006T in die Kategorie Leicht-Sportflugzeuge gestaltete sich als nicht ganz so einfach, da die geforderte Überziehgeschwindigkeit von 59 Knoten eingehalten werden musste. Tecnam musste dafür Modifikationen an beiden Flugzeugzellen vornehmen. Dank einer Retrofitlösung können auch ältere Flugzeuge von Mosaic profitieren.

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