Es gibt nichts, was es nicht gibt, auch in der Allgemeinen Luftfahrt in den USA. Beim Flour Bombing werfen Crews Papiertüten voller Mehl auf ein Ziel am Boden. Mit der Übung trainierten schon Militärpiloten im Ersten Weltkrieg. Beim Balloon Bust müssen Pilotinnen und Piloten Heliumballons in der Luft mit dem Propeller zum Platzen bringen. Und rund um Halloween fliegen beim Pumpkin Drop Kürbisse aus Hubschraubern und Kleinflugzeugen.
Fliegerisch weniger anspruchsvoll ist die Helikopter-Variante des Pumpkin Drop. Dabei steht der Hubschrauber über einem abgesperrten Feld und klinkt einen großen Kürbis aus, der am Boden zerschellt. Mehr Können verlangt der Wettbewerb mit Kleinflugzeugen: An Bord sitzen ein Pilot oder Pilotin und ein sogenannter Bombardier, der den Kürbis von Hand aus dem Flugzeug wirft. Es gewinnt, wessen Kürbis am nächsten am Ziel aufschlägt.
79-jähriger Pilot mit 77 Jahre alter Piper PA-11
Vor gut zwei Jahren ist es bei einem Kürbis-Zielwerfen in Rexburg im US-Bundesstaat Idaho zu einem schweren Unfall gekommen. Nach dem Unglück gab es Berichterstattung in den lokalen Medien, doch als die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB im Jahr 2025 ihren Bericht dazu vorlegte, fand dies zunächst keine öffentliche Beachtung. Erst Mitte Oktober 2026 griff das Portal General Aviation News den Bericht auf, dann berichtete auch das Fliegermagazin.
Was war also geschehen? Wie aus den NTSB-Dokumenten hervorgeht, nahm der 79-jährige Pilot mit seiner 77 Jahre alten Piper PA-11 am 19. Oktober 2024 an dem Wettbewerb teil. Mit an Bord war ein 18-Jähriger, der die Kürbisse aufs Zielfeld werfen sollte. Der Wettbewerb begann laut dem Piloten zwischen 11:00 Uhr und 11:30 Uhr, er war als Dritter an der Reihe. Zuvor war er bereits einmal auf der provisorischen Piste des Wettbewerbsfelds gelandet, mit starkem Rückenwind. Im Gespräch mit der NTSB-Ermittlerin beschrieb er das als «sportlich». Um erneuten starken Rückwind zu vermeiden, entschieden er und auch andere Teilnehmende sich anschließend für einen anderen Anflug, der über Stromleitungen führte.
Markierung der Stromleitungen war weggeweht
Die Kürbisse flogen aus der Piper PA-11, verfehlten das Ziel aber offenbar deutlich. Im folgenden Landeanflug auf die Farmpiste überflog der Pilot eine erste Reihe von Leitungen. Der Pilot nahm Leistung zurück. Von einer zweiten Stromleitungsreihe wusste er laut eigener Aussage nichts. Der Landwirt hatte die Leitungen zwar mit gelbem Absperrband markiert, doch der Wind hatte es gegen den Mast geweht. Die Piper kollidierte mit den Leitungen - laut dem lokalen Sheriff blieb das Flugzeug mit dem Fahrwerk daran hängen. Ein Foto der NTSB zeigt das alte Flugzeug schließlich auf dem Rücken liegend auf dem Feld.
Laut dem Unfallformular mussten Pilot und Kürbis-Werfer aus dem Wrack befreit werden. Der 18-Jährige erlitt leichte Verletzungen. Der Pilot wurde dagegen schwer verletzt und lag laut NTSB zwölf Wochen im Krankenhaus. Technische Mängel schließt die Behörde aus. Als wahrscheinliche Ursache nennt sie in ihrem Bericht, dass der Pilot die Stromleitungen im Landeanflug nicht gesehen hatte und ihnen daher nicht ausgewichen war.
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